Klimawandel: „Zecken auch im Winter noch aktiv"
Rutschgefahr beim Spazierengehen gab es letzten Winter nicht. Dafür lauerte eine andere Gefahr im Freien: Zecken!
Zecken - Saisonstart für hungrige Blutsauger
Wer sich im Wald versteckt, lebt gefährlich – das musste auch der Schwerverbrecher Thomas Wolf erfahren: Er leidet unter Borreliose. Die Krankheit ist die Folge eines Zeckenstichs; er hat sie sich vermutlich eingefangen, als er im Frühjahr 2009 nach der Entführung einer Wiesbadener Bankiers-Gattin mit 1,8 Millionen Euro Lösegeld wochenlang im Wald gelebt hat, bis er gefasst wurde. Doch nicht nur dort lauern Zecken, auch in Stadtparks und Biergärten fühlen sich die Blutsauger wohl. Nun beginnt wieder ihre Saison.
Den Berechnungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) zufolge ist das Risiko einer Infektion mit der lebensgefährlichen Frühsommer-Meningo-Encephalitis (FSME) erhöht. Eine Zeckenexpertin weist auf eine andere Beobachtung hin, die das Gesundheitsamt gemacht hat: „Sowohl das Infektionsrisiko als auch die Schwere der Erkrankung nehmen mit dem Alter zu.“ Wer die Warnung ernst nimmt, kann eine Infektion mit FSME ganz einfach vermeiden: Es gebe eine wirksame und gut verträgliche Schutzimpfung, die in drei Teilimpfungen erfolgt. Das Gesundheitsamt empfiehlt sie allen Einwohnern und Besuchern von Risikogebieten, die Zecken ausgesetzt sein könnten. Also eigentlich jedem normalen Menschen – denn wer unternimmt nicht mal eine Radtour oder sonnt sich im Strandbad auf der Liegewiese?
Gegen Borreliose gibt es bisher keine Schutzimpfung. Allerdings lässt sich eine Infektion vermeiden, denn: Eine Übertragung der Borreliose-Bakterien von der Zecke auf den Menschen findet erst nach 24 Stunden statt. Wer sich im Freien aufhält, sollte also gleich im Anschluss seinen Körper nach Zecken absuchen und diese schnell entfernen. Um zu vermeiden, dass die Spinnentierchen überhaupt erst zustechen, sollte man nach Möglichkeit helle, geschlossene Kleidung tragen und Insektenschutzmittel verwenden.
Kommt es dennoch zu einer Borreliose-Infektion, lässt sich das anhand der „Wanderröte“ erkennen: Um den Zeckenstich herum entwickelt sich meist eine großflächige Rötung. In diesem Frühstadium lässt sich die Borreliose mit Antibiotika gut behandeln. Zwei Ratschläge sind also zu befolgen, damit Frühling und Sommer unbeschwert im Freien verbracht werden können: Eine Schutzimpfung gegen FSME und Achtsamkeit bei Borreliose.
Tipps:
Im Falle eines Zeckenstichs sollte das ganze Tier baldmöglichst entfernt werden. Dabei ist wichtig, dass es nicht gequetscht wird, da sonst Erreger in den Körper gelangen könnten. Aus demselben Grund soll kein Öl oder Klebstoff auf die Zecke aufgebracht werden: Sie könnte im Todeskampf Viren und Bakterien ins Blut abgeben.
Zecken können sowohl ein Virus übertragen, das die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) verursacht, als auch Bakterien, die Borreliose auslösen. Beide Infektionen können zur Entzündung der Hirnhäute und der Nerven führen.
Gegen FSME gibt es keine Therapie; man kann nur ihre Folgen behandeln. Deshalb werden Schutzimpfungen empfohlen. Borreliose kann mit Antibiotika behandelt werden; damit sollte frühstmöglich begonnen werden. Erkennen lässt sich Borreliose meist anhand der Wanderröte.
Zecken und die von ihnen übertragenen Krankheiten breiten sich auch in Folge des Klimawandels immer weiter aus, hieß es auf einer Fachtagung in Erfurt. „Das macht uns zunehmend Sorgen", sagte Experte Jochen Süss vom Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) Jena. Wegen des milden Wetters seien in diesem Winter aktive Zecken in Deutschland nachgewiesen worden. „Die Zecken haben in diesem Jahr quasi durchgemacht", sagte Süss. Die kalte Jahreszeit gilt als klassische Ruhephase der Tiere. „Durch das milde Wetter mit Temperaturen über sechs bis sieben Grad finden sowohl Zecken als auch ihre Hauptwirte wie z.B. Mäuse ideale Überlebens- und Nahrungsverhältnisse vor", erläuterte der Forscher, der das nationale Referenzlabor für durch Zecken übertragene Krankheiten am FLI leitet. Je mehr Zecken es gibt, umso mehr steigt auch die Gefahr, sich durch einen Zeckenstich mit einer gefährlichen Krankheit zu infizieren.
So hat sich die Zahl der von Zecken übertragenen FSME in den vergangenen beiden Jahren verdoppelt. Für 2006 registrierte das Berliner Robert-Koch-Institut (RKI) bundesweit 547 Fälle - 2004 waren es 275. Auch im Januar 2007 wurden bereits sechs neue Fälle von FSME gemeldet. Zur Entwicklung der Borreliose, einer weiteren gefährlichen Krankheit, die von Zecken übertragen wird, gibt es keine genauen Zahlen, weil die Krankheit nicht generell meldepflichtig ist. Mit geschätzten 100.000 Fällen im Jahr ist sie deutlich häufiger als FSME, lässt sich aber mit Antibiotika zumindest im Frühstadium gut behandeln.
Bitte beachten Sie "Einen sicheren Schutz vor diesen Krankheiten gibt es nur, wenn man es erst gar nicht zu einem Zeckenstich kommen lässt".
Gegen FSME gibt es Impfschutz. Die schnelle und fachgerechte Entfernung der Zecke in den ersten Stunden nach dem Stich ist maßgeblich, um die Borreliose-Übertragung zu vermeiden. „Die Durchschnittstemperatur in Deutschland hat sich in den letzten Jahren um 0,5 °C erhöht, so dass es nun viel mehr Plätze gibt, an denen Zecken überleben können". Auf diese Weise steigt auch das Risiko für die Bevölkerung, sich mit Krankheitserregern zu infizieren, die bei einem Stich von den achtbeinigen Parasiten übertragen werden. Die wärmeliebenden Blutsauger leben an Wald- und Wegrändern auf Büschen und Grashalmen. Von dort lassen sie sich von ihren Opfern „abstreifen" und beginnen mit der Suche nach einer geeigneten Hautstelle für ihre Blutmahlzeit.
Wußten Sie schon, dass Zecken nicht beißen sondern stechen ?
Die Zecke verfügt über einen hochwirksamen, mit Widerhaken versehenen Stechapparat. Ein Zeckenstich schmerzt nicht, da die Zecke die Einstichstelle mit Substanzen in ihrem Speichel betäubt. Diese verhindern gleichzeitig, dass eine normale Wundreaktion der Haut wie Entzündung oder Blutgerinnung stattfindet.
So können Zecken oft unentdeckt über Stunden und Tage ihr Werk verrichten. Genau darin liegt eine besondere Gefahr für den Menschen: Da sich die Erreger der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) in den Speicheldrüsen der infizierten Zecken befinden, kann auch eine schnelle Entfernung des Parasiten eine mögliche Übertragung nicht verhindern. Die Borrelien als Erreger der Lyme-Borreliose finden sich dagegen im Mitteldarm der Zecke. Sie erreichen erst mit den Ausscheidungen der Zecke unseren Körper. Eine Infektion findet in den ersten 12-24 Stunden nach Saugbeginn meist nicht statt. Daher ist eine schnelle Entfernung besonders wichtig.

Wann und wo sind Zecken aktiv?
Zecken benötigen für ihr Überleben ein Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit und relativer Wärme, ab ca. 7 Grad Celsius sind sie aktiv. Die übliche Hochsaison reicht daher von März bis Oktober, Abweichungen sind durch besondere Wetterlagen aber immer möglich. Zecken sind geduldige und aufmerksame Jäger. Die Annahme, sie ließen sich von Bäumen auf ihre Opfer fallen, ist jedoch falsch.
RICHTIG IST um auf einen Wirt, sei es Tier oder Mensch, zu gelangen, warten sie in Gräsern und Büschen. Erwachsene Zecken erklettern dabei lediglich eine Höhe von maximal 1,50 Metern, Nymphen bis zu 50 Zentimeter und Larven bis zu 25 Zentimeter. Dort klammern sie sich mit ihren hinteren Beinpaaren fest, lauern auf ein vorbeikommendes Opfer und werden bei Kontakt abgestreift. Zusätzlich bevorzugen sie eine Umgebung, in der ihre tierischen Wirte besonders häufig vorkommen. Dazu zählen Mäuse, Vögel, Igel und Rotwild, aber auch Hunde und Katzen. Gräser und krautige Pflanzen, wie sie an Wald- und Wegrändern, Lichtungen, aber auch in Gärten und Parkanlagen vorkommen, bieten daher ideale Lebensbedingungen. Auch im eigenen Garten oder in der Stadt können Sie daher als Jogger, als Spaziergänger oder auch als „Herrchen" auf Zecken treffen.
Die Zecke: Ixodes ricinus
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zählt zu den Spinnentieren (8 Beine)
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ist ab ca. 7 Grad Celsius aktiv
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ist ein Parasit, d.h., sie benötigt andere Lebewesen bzw. deren Blut
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lebt in niedriger Vegetation bis maximal 1 ,50 m Höhe
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ist in fast ganz Europa vertreten
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besitzt einen ungegliederten Körpersack, ein Kopf fehlt
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kann verschiedene Krankheitserreger übertragen:
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- Borrelien
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- FSME(Frühsommer-Meningoenzephalitis) Viren
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- Babesien
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- Ehrlichien
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- Rickettsien
Neueste Erkenntnisse
Zecken überstehen Waschgang
Zecken können sogar einen Vollwaschgang überleben. Das berichtet ein Münchner Fachmagazin unter Berufung auf Untersuchungen des Insektenforschers John Carroll vom US-Agrarforschungsdienst ARS in Beltsville (US-Staat Maryland). Carroll sammelte Zecken und setzte sie verschiedenen Waschgängen aus, ein signifikanter Teil der Tiere überlebte sogar den Kochwaschgang. Nur die Behandlung im Wäschetrockner brachte alle Tiere zur Strecke, allerdings nur, wenn die Temperatur auf höchste Stufe gestellt war. Bei empfindlichen Textilien könne das bedeuten: Zecke tot, Wäsche ruiniert. Einen Zeckenbiss könne man sich also auch noch Tage nach einem Waldspaziergang einhandeln.
Zecken breiten sich in Städten aus
Die Gefahr von Zecken ist längst nicht nur auf Wiesen und Wälder beschränkt. Füchse und andere Wildtiere bringen sie in die Großstadt! Die Gefahr von Zecken ist längst nicht nur auf Wiesen und Wälder beschränkt. Sie lebt in den Vorgärten der Wohnhäuser, den Stadtparks, den Kinderspielplätzen – eben in der Großstadt! Die Zecke sucht sich bevorzugt kleine Säugetiere als Wirte, von denen sie sich ihre Blutmahlzeit holt, z. B. Amseln, Eichhörnchen, Igel oder Füchse. Diese nehmen die Zecke mit in die Stadt.
Zecken können beim Menschen eine spezielle Form der Hirnhautentzündung, die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen, außerdem die Borreliose, eine bakterielle Erkrankung, die am häufigsten in Form eines roten Hautflecks erscheint. Eine jüngst erschienene Broschüre mit dem Titel „Wildtiere in München“ zeigt beispielhaft, wie der Igel, der Sperber, der Fuchs und der Buntspecht sich in Großstädten ansiedeln – im Schlepptau die Zecke. Die Tiere sind Beispiele der wachsenden Artenvielfalt im Stadtrevier.
Die Tiere passen sich geschickt den neuen Lebensräumen an. „Heute ist die Igelpopulation in der Stadt zehn bis zwanzig Mal höher als im Wald und der Flur. In den Stadtparks finden sie nämlich leichter ihre Nahrung, den Regenwurm“, sagt Prof. Dr. Josef H. Reichholf, Hauptkonservator der Zoologischen Staatssammlung München (ZSM) und einer der Verfasser der Broschüre. Steigt die Zahl der Igel, steigt auch die Zahl der Zecken. „Wenn heute Hunde in den Parkanlagen an Gebüschen entlang streifen, haben sie mehr Zecken im Fell, als im Wald außerhalb der Stadt“, sagt Reichholf. „Die Zeckenpopulation in der Stadt ist heute zehnmal so hoch wie auf dem Land.“
Um sich vor der gefährlichen Zeckenkrankheit FSME wirklich zu schützen, hilft nur eine Impfung.
Kleidung, die vor Zecken schützt
Neben Cremes und Sprays gibt es seit einiger Zeit auch spezielle Kleidung, die vor Zeckenstichen schützen kann: Ein chemischer Wirkstoff in den Textilfasern blockiert die Reizleiter der Zecken. Die Folge: Die Zecke nimmt Menschen, die diese speziell behandelten Kleidungsstücke tragen, nicht mehr als potenziellen Wirt wahr.
Die Gefahr, von einer Zecke gestochen zu werden, ist für Waldarbeiter besonders hoch. Sie arbeiten häufig dort, wo sich auch Zecken wohl fühlen. Der Textilhersteller hf Sicherheitskleidung aus Vohburg hat deshalb Jagd- und Schnitthosen sowie Forstjacken mit Zeckenabwehreffekt entwickelt. 2006 wurde die Schutzkleidung auf der Forstmesse Interforst vorgestellt und mit der Innovationsmedaille des Kuratoriums für Waldarbeit und Forsttechnik (KWF) und der Neuen Messe München ausgezeichnet.
Die Idee der Zeckenschutzkleidung ist nicht neu: Auch das Militär nutzt seit Jahren Kleidung, die vor Insekten und Zecken schützt. Neu ist, dass auch andere Stoffe als Baumwolle verwendet werden. So nutzt hf Sicherheitstechnik ein wasserfestes Mikrogewebe aus 100 Prozent Polyester. Da der Wirkstoff in kristalliner Form in das Gewebe eingearbeitet und nicht nur auf das Material aufgetragen wird, ist die Kleidung atmungsaktiv. Der Wirkstoff kann nicht ausdampfen, die Kleidungsstücke sind geruchsneutral. Für den Menschen sind die Textilien unbedenklich, sie entsprechen dem Qualitätsstandard Öko-Tex 100. Hosen und Jacken können 50 bis 75 mal gewaschen werden, ohne dass der Schutz seine Wirkung verliert.
Die Entwicklung des Wirkstoffes hat sich als schwierig erwiesen, da Versuche mit Zecken an menschlichen Probanten verboten sind. Die Firma Insektservices aus Berlin hat deshalb ein künstliches Testverfahren entwickelt: Eine Metalltrommel wird auf Körpertemperatur erhitzt und mit dem zu testenden Stoff bespannt. Dorthin werden die Zecken über einen Glasstab geleitet. Die Ergebnisse der Tests in der Laborumgebung sind jedoch ernüchternd: Nur 13 Prozent der Zecken ließen wieder von dem Stück Stoff ab. Doch Erfahrungsberichte liefern ein positiveres Ergebnis: Ihnen zufolge kam es bisher zu keinen Zeckenstichen bei Menschen, die diese Kleidung tragen. Die Wirkung des Abwehreffekts der Schutzkleidung wurde mittlerweile auch von dem Schweizerischen Tropeninstitut und der Universität Regensburg bestätigt und somit wissenschaftlich belegt.
Auwaldzecken in Deutschland – neue Krankheiten befürchtet
Ein Stich der Auwaldzecke kann bei Menschen und Tieren gefährliche Krankheiten verursachen. Bislang war diese Zeckenart in Deutschland nahezu unbekannt. Nun sind erste Fälle dokumentiert. Eine bisher in Deutschland nahezu unbekannte Zeckenart ist auf dem Vormarsch: die Auwaldzecke. Sie kann gefährliche Krankheitserreger übertragen. In Brandenburg, südöstlich von Berlin, sind seit Juli 2006 vier Menschen von Auwaldzecken gestochen worden – die ersten dokumentierten Fälle in Deutschland. Bisher waren vor allem Hunde von Auwaldzecken befallen. Mancher Hund erkrankte danach an Babesiose – im Volksmund Hundemalaria genannt, da die Symptome an eine Malaria erinnern.

Neben der für Hunde gefährlichen Babesiose kann die Zecke vor allem das für den Menschen gefährliche Fleckfieber durch so genannte Rickettsien-Bakterien auslösen. „Diese Krankheiten sind in Deutschland bisher unbekannt“, schildert Dr. Thomas Talaska, Facharzt für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie das Problem. „Infektionen durch Rickettsien sind nicht leicht zu bestimmen. Die Krankheitsbilder können sehr stark variieren. Mediziner müssen nach einem Zeckenstich bei unklarer Diagnose nun auch solche seltenen Infektionen in Betracht ziehen.“
Die Menschen, die von diesen Zecken in Brandenburg gestochen wurden, hatten Glück: keiner infizierte sich. So konnte eine der Betroffenen die Auwaldzecke entfernen, bevor sie Blut saugen konnte – erst dann werden die gefährlichen Krankheitserreger übertragen.
Die Auwaldzecke, lateinisch Dermacentor reticulatus, lebte bisher in Norditalien, Österreich und Ungarn sowie in osteuropäischen Ländern, auch in den Vereinigten Staaten ist sie verbreitet. Wie ihr Name sagt, bevorzugt sie feuchte Gebiete, wie Auen und Moore. Bereits vor etwa 35 Jahren fand man in Deutschland vereinzelt Auwaldzecken im Raum Leipzig. Man ging damals davon aus, dass Zugvögel diese aus süd- und osteuropäischen Ländern importiert hatten.
Die Verbreitung der Zecke war in Deutschland bisher unklar. Ende 2004 waren daher Hundehalter und Tierärzte in Deutschland aufgerufen, Zecken dieser Gattung an den Verein Parasitus Ex einzusenden. Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, die in Deutschland noch eher unbekannten Krankheiten, die Haustiere bedrohen, bekannter zu machen. Bis Dezember 2005 konnten rund 1600 Auwaldzecken gezählt werden. Die meisten Zecken kamen aus den Gebieten rund um Berlin, Frankfurt und Magdeburg sowie Leipzig und Tübingen. Förster im Raum Berlin konnten die steigende Population der Auwaldzecke bestätigen.
Die Auwaldzecke ist im Gegensatz zur häufigsten Zeckenart in Deutschland, dem Gemeinen Holzbock, aggressiv und lauffreudig. Sie wartet nicht passiv am Grashalm hängend auf ihr Opfer, sondern geht aktiv auf Beutesuche. Deshalb wird sie auch als Laufzecke bezeichnet. Die Auwaldzecke, die größer als der Gemeine Holzbock ist, erkennt man an dem hellen Rückenschild mit braunen Streifen und Tüpfelungen (Weibchen) oder an einer blaugrauen Zeichnung (Männchen) auf dem Schild. Man nennt sie daher auch Buntzecke.
Wie erkennt uns die Zecke als Wirt?
Geduldig wartet der hungrige Parasit auf Sträuchern und Gräsern auf seine potenzielle Mahlzeit...Um einen entsprechenden Wirt zu erkennen, bedient sich die Zecke eines besonderen Sinnesorgans im vordersten Beinpaar. Dieses Hallersche Organ reagiert auf thermische und chemische Reize, so z.B. auf Milchsäure als Bestandteil im menschlichen Schweiß. Erkennt die Zecke durch diese Geruchsreize, durch Veränderung des Lichts oder durch Vibrationen ein mögliches Opfer, hängt sie sich an alles, was sie streift - dazu genügt bereits der Bruchteil einer Sekunde.
Anschließend beginnt sie ihre Reise auf dem Wirt, um eine geeignete Stelle für ihre Mahlzeit zu finden. Bevorzugt werden Bereiche mit dünner Haut und hoher Körperwärme aufgesucht. Beim Menschen sind dies zum Beispiel die Kniekehlen, der Leistenbereich oder die Region unter den Armen.

Stechwerkzeug einer Zecke
Der Entwicklungszyklus der Zecke
Wahrend ihres Lebens durchläuft die Zecke drei Entwicklungsstadien: von der Larve über die Nymphe zur erwachsenen Zecke. In jedem Stadium benötigt die Zecke eine Blutmahlzeit. Der gesamte Zyklus dauert in der Regel zwei bis drei Jahre.
Der Larve folgt nach einer ersten Blutmahlzeit die geschlechtslose Nymphe. Aus dieser entwickelt sich nach einer erneuten Mahlzeit die erwachsene, geschlechtsreife Zecke. Auch diese benötigt erneut einen Wirt - weibliche Zecken müssen für die Eiablage (bis zu 3.000 Eier) besonders viel Blut aufnehmen. Ihre Mahlzeiten können bis zu 9 Tage dauern, bevor sie den Wirt wieder verlassen und nach der Eiablage schließlich sterben. Die männliche Zecke stirbt bereits nach der Paarung.
Wenn es sein muss, kann eine Zecke bis zu zwei Jahre auf Nahrung verzichten. Lässt sich kein Wirt finden, kann sich der Entwicklungszyklus damit auf bis zu fünf Jahre verlängern.

Wie schütze ich mich vor Zeckenstichen?
Die folgenden Tipps und Hinweise sollen Ihnen helfen, sich und Ihre Familie bei Aufenthalten in der Natur vor Zeckenstichen zu schützen.
MEIDEN SIE ZECKENVEGETATION
Wenn möglich sollten Sie bei Spaziergängen oder beim Joggen nicht durch das Unterholz, hohe Gräser oder Sträucher streifen, da sich Zecken hier besonders wohl fühlen.
TRAGEN SIE GESCHLOSSENE KLEIDUNG
Lange Hosen, Blusen oder Hemden mit langen Ärmeln, über die Hosenbeine gezogene Strümpfe und geschlossene Schuhe machen es den Zecken schwerer, den direkten und damit schnellen Körperkontakt zu finden.
TRAGEN SIE HELLE KLEIDUNG
Diese bietet zwar nicht mehr Schutz, aber Sie können nach dem Aufenthalt in der Natur mögliche „Begleiter" auf heller Kleidung deutlich besser erkennen.
KOPFBEDECKUNGEN VOR ALLEM FÜR KINDER
Aufgrund ihrer geringen Körpergröße ist bei Kindern häufig die Kopfregion und speziell der Haaransatz von Zeckenstichen betroffen. Eine Kopfbedeckung kann schützen.
KONTROLLIEREN SIE IHREN KÖRPER
Nach Aufenthalten in einer typischen Zeckenvegetation sollten Sie Ihren Körper sorgfaltig auf mögliche Zecken absuchen. Achten Sie dabei besonders auf die Kniekehlen, den Leistenbereich, den Bauchnabel und die Bereiche unter den Armen. Bei Kindern besonders auf Kopf, Haaransatz, Hals und Ohren.
BEZIEHEN SIE IHRE KINDER EIN
Erklären und verdeutlichen Sie auch Ihren Kindern die wichtigsten Verhaltensregeln zum Schutz vor Zecken. Sind diese bei Ausflügen einmal ohne Sie unterwegs, können sie dann auch eigenständig die hier aufgeführten Tipps anwenden.
BERÜHREN SIE KEINE WILDTIERE
Frei lebendes Wild ist oft von Zecken befallen. Deshalb sollten Sie Wildtiere nicht berühren.
VERWENDEN SIE EIN ZUVERLÄSSIGES ZECKENSCHUTZMITTEL
Erhöhte Vorsicht und entsprechende Kleidung reichen oft nicht aus, um sich wirklich vor Zecken zu schützen. Benutzen Sie daher ein wirksames Schutzmittel, das Zecken fernhält (z. Bspl. mosquito® ZeckenSchutzSpray bietet sicheren Schutz auf biologische Weise).
Was tun bei Zeckenstichen?
Sollten Sie Ihren Zeckenschutz einmal vergessen haben und ist es zu einem Zeckenstich gekommen, muss die festgesogene Zecke richtig und möglichst schnell entfernt werden. Zecken nisten sich bevorzugt in warmen, feuchten und gut durchbluteten Körperregionen wie Achselhöhlen oder Genitalien ein. Je länger die Zecke saugt, desto höher ist das Risiko, an einer Borreliose zu erkranken. Nur das schnelle Entfernen kann eine potenzielle Infektion mit Borrelien verhindern, da die Zecke diese Erreger erst nach ca. 12-24 Stunden auf den Wirt überträgt.
Beim Herausziehen der Zecke muss ein Quetschen auf jeden Fall verhindert werden. Borrelien reichern sich im Darm der Zecke an. Werden die Tiere beim Entfernen gequetscht, wird der Darminhalt samt Bakterien in den Stichkanal injiziert. Die Einstichstelle sollte beobachtet werden und im Zweifelsfall ist der Rat des Arztes einzuholen.
FALSCHE METHODEN
Die früheren Entfernungsmethoden wie das Anwenden von Öl oder Klebstoff, um die Zecke zu ersticken, sind veraltet und sogar gefährlich. Auf diese Weise riskiert man nur ein panikartiges Erbrechen oder Entleeren des Parasiten in die Stichwunde. Auch Zeckenzangen sind oftmals zu grob und zerquetschen die Zecke. Natürlich sollte man auch buchstäblich die Finger vom Parasiten lassen.
RICHTIGE METHODEN
Um das Tier sicher und schnell zu entfernen, kann es mit einem Skalpell oder scharfen Taschenmesser aus der Haut gehebelt werden. Hierbei darf ruhig etwas Blut fließen oder ein kleines Stück Haut entfernt werden. Die von Ärzten empfohlene Splitterpinzette ist wohl nicht bei jedem Spaziergang mit dabei. Besser geeignet und viel einfacher zu handhaben sind daher Zeckenkarten. Die mosquito® ZeckenKarte gibt es in jeder Apotheke. Sie hat zwei Einkerbungen, mit denen die Zecke leicht aus der Haut herausgehoben werden kann, ohne sie zu quetschen.

Dies verhindert, dass die tückischen Borrelien in die Blutbahn gelangen. Mit der kleineren der beiden Einkerbungen können auch ganz kleine oder noch nicht vollgesogene Zecken entfernt werden. Die Karte ist so geformt, dass sie überall am Körper angewendet werden kann. Auch bei Tieren lässt sich die mosquito® ZeckenKarte problemlos zur Zeckenentfernung verwenden.
Sehr einfach zu handhaben ist die mosquito® ZeckenKarte mit integrierter Lupe. Sie hat zwei Einkerbungen, mit denen die Zecke leicht aus der Haut herausgehoben werden kann. Die Karte ist so geformt, dass sie überall am Körper angewendet werden kann. Auch bei Tieren lässt sich die mosquito® ZeckenKarte problemlos verwenden. In der Größe einer Kreditkarte passt sie ganz praktisch in jede Brieftasche.

Weitere Infos: www.mosquito-parasitenschutz.de
BITTE VERMEIDEN SIE
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Klebemittel oder das Beträufeln mit Öl führen lediglich dazu, dass die Zecke sich erbricht und ihren Darminhalt und damit eventuelle Erreger der Borreliose sofort in die Wunde abgibt.
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Gleiches gilt für das Entfernen der Zecke mit den Fingern, da der Parasit dabei gequetscht werden kann und die Erreger ebenfalls in die Stichstelle gelangen.

Zecken - Gefährliche Blutsauger
Zecken können Lähmungen, Gelenkentzündungen und schwere Nervenschäden auslösen. Zecken können Gehirnhautentzündung und Lyme-Borreliose übertragen
Die Bisse der jungen, etwa ein Millimeter großen Zecken sind meist harmlos. Sie können aber auch Bakterien und Viren auf den Menschen übertragen und damit so gefährliche Krankheiten wie Hirnhautentzündung (Frühsommer-Meningoenzephalitis), Lyme-Borelliose und Q-Fieber auslösen. In seltenen Fällen enden die Krankheiten tödlich.

Die weiblichen Zecken brauchen das Blut von Mensch und Tier, um sich fortpflanzen zu können. Innerhalb kürzester Zeit vergrößern sie ihr Gewicht um das 130fache.
Zeckenbisse sind nicht zu spüren, weil die Tiere die Bissstelle betäuben. Zecken, die das Virus der Hirnhautentzündung in sich tragen, kommen in Mitteleuropa, in Südosteuropa, an der Ostsee sowie in Polen und Russland vor.
In Deutschland sind besonders Bayern und Baden-Württemberg betroffen. Bewohner oder Urlauber sollten sich impfen lassen. Zecken mit dem Erreger der Lyme-Borreliose gibt es in ganz Europa.

Sie lauern auf Gräsern, Büschen und im Unterholz und können die Freude am Frühling in Wald und Flur gehörig vergällen. Die Zecken sind jetzt wieder auf dem Vormarsch. Gingen Experten früher davon aus, dass jeder 1.000. Winzling den Erreger der Frühsommer-Meningoencephalitis (FSME) mit sich herumschleppte, so ist heute nahezu jede 50. Zecke damit behaftet.
Alle reden vom Impfen gegen Zeckenkrankheiten, dabei ist aber gegen die schlimmste Krankheit, die unsere heimischen Blutsauger übertragen, gar keine Impfung möglich. Impfen lässt sich nur gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), eine infektiöse Gehirnhautentzündung. Die noch gefährlichere Lyme-Borreliose kommt allerdings 50-bis 100-mal häufiger vor . Sie gilt nach Salmonelleninfektionen als die zweithäufigste bakterielle Infektion hierzulande.
Aber auch die FSME, gegen die es Impfschutz gibt, ist alles andere als harmlos. Wer in gefährdeten Gebieten lebt oder in solche reist, tut deshalb gut daran, sich impfen zu lassen.

Impfung bietet sicheren Schutz
Der Verlauf der FSME ist davon abhängig, welcher Teil des Zentralnervensystems befallen ist. Es können Folgeschäden wie Lähmungen, Sprach- und Bewusstseinsstörungen auftreten. Erste Beschwerden stellen sich meist zehn Tage nach dem Zeckenbiss ein. Für eine Impfung, die sicheren Schutz bietet, sind drei Injektionen erforderlich. Alle drei Jahre sollte eine Auffrischung erfolgen.
Eine aktuelle Studie zeigt, besonders Menschen über 50 erkranken häufig deutlich schwerer an FSME. Während im statistischen Durchschnitt bei 45 Prozent der Infizierten Gehirn- und Rückenmarksentzündungen mit psychischen und neurologischen Störungen auftreten, lag die Quote bei den über 50-Jährigen bei 65 Prozent. Drei Prozent der über 50-Jährigen starben an den Folgen.
Am besten: Zecken vermeiden
Die noch gefährlichere Borreliose Infektion durch Zecken durchläuft drei Stadien. Deshalb wird sie auch „Syphilis aus dem Wald" genannt. Nach Schätzung der Experten gibt es in Deutschland jährlich rund 40.000 Infektionen mit Lyme-Borreliose. In Europa wird die Borreliose durch mindestens drei verschiedene Erregerarten verursacht. Die Erreger können, wenn keine konsequente Antibiotikatherapie erfolgt, noch nach vielen Jahren Symptome am Nervensystem, in den Gelenken oder an der Haut verursachen.
Als Spätfolgen können Gesichtslähmungen, Herzrhythmusstörungen, Arthritis und Multiple Sklerose auftreten. Sollte nach einem Zeckenstich eine kreisförmige Rötung auf der Haut auftreten, gehen Sie bitte sofort zum Arzt! Aber in jedem fünften Fall tritt diese Rötung überhaupt nicht auf. Deshalb ist auch ein Arztbesuch ratsam, wenn nach Zeckenstich grippeähnliche Beschwerden auftreten.
So schützen Sie sich
Die beste Waffe gegen alle von Zecken übertragenen Krankheiten ist immer noch die Verhütung. Deshalb:
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Meiden Sie nach Möglichkeit Unterholz, Gebüsch und hohes Gras.
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Tragen Sie festes Schuhwerk, lange Hosen und Kniestrümpfe.
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An unbedeckten Körperstellen können Mittel zur Insektenabwehr Zecken abschrecken.
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Suchen Sie nach dem Spaziergang Ihren Körper nach Zecken ab. Oft krabbeln diese bis zu eineinhalb Stunden auf dem Körper umher, um die verlockendste Einstichstelle zu finden. Sie lieben gut durchblutete Hautpartien wie Kopfhaut, Ohren, Hals, Arm- und Kniebeugen, Leisten, Hände und Füße.
Ärzte empfehlen dazu neuerdings die bekannten Textil-Fusselrollen. Sie entfernen mit ihrem Klebstoff krabbelnde Zecken ebenso wie die nur millimetergroßen Nymphen.
Verbreitete Irrtümer über Zecken
Zecken lassen sich vom Baum auf ihre Opfer fallen.
Falsch. Sie lauern vielmehr nie höher als in maximal einem Meter Höhe, in der so genannten Krautschicht - also an Gräsern, Sträuchern, Stauden. Deshalb ist eine lange Hose ein besserer Schutz als lange Ärmel.
Zecken haben ein Gewinde.
Das wird oft behauptet, ist aber nicht richtig. Zecken muss man nicht „herausdrehen", sondern vorsichtig herausziehen - mit Hilfe einer Zeckenzange oder einer schmalen Pinzette. Es darf dabei kein Druck auf die Zecke ausgeübt werden, weil sonst die Krankheitserreger aus dem Verdauungstrakt wie aus einer Tube in die Wunde gepresst werden. Manche Ärzte raten stattdessen dazu, die Zecke lieber mit einer Schere abzuschneiden.
Es ist gefährlich, wenn der Zeckenkopf in der Haut stecken bleibt.
Zecken haben gar keinen Kopf, sondern vielmehr ein mit Widerhaken versehenes Steckwerkzeug, mit dem sie die Haut durchstoßen. Der schwarze Punkt, der in der Haut zurückbleibt, ist dieses Stechwerkzeug, das von der Haut mit der Zeit abgestoßen wird.
Man sollte Zecken mit Alleskleber oder Öl beträufeln.
Das würde alles nur noch schlimmer machen. Denn bei solcher Behandlung bleibt dem Insekt die Luft weg. Eine Zecke, die keine Luft mehr kriegt, würgt aber ihre Verdauungssäfte in die Wunde und darin sind die gefährlichen Krankheitserreger enthalten.
FSME Risikogebiete Deutschland - Stand: 2009
(zum vergrössern bitte das Bild anklicken)

Frühsommer - Meningoenzephalitis (FSME)
Es kann wie eine Sommergrippe beginnen und später schwere neurologische Schäden hervorrufen. FSME wird durch das Zeckenenzephalitisvirus verursacht und ist oft erst spät zu erkennen.
Nicht jeder Zeckenstich überträgt FSME und nicht bei jedem Menschen, der mit einem FSME Virus infiziert wurde, kommt es zu einer Erkrankung. Das Risiko, Frühsommer- Meningoenzephalitis zu bekommen, liegt bei ungefähr 30 Prozent der Infizierten. Kommt es zu einer Erkrankung, so verläuft sie in der Regel in zwei unterschiedlichen Phasen.
Oft beginnt es wie eine Sommergrippe. Nach einem Zeckenstich dauert die Inkubationszeit zwischen 3 bis 28 Tagen. Meistens treten die ersten Symptome aber schon nach 3 bis 7 Tagen auf. Meistens leiden die Betroffenen unter grippeähnlichen Symptomen mit Fieber um 39 Grad, Gliederschmerzen und Kopfschmerzen. Manche Betroffene leiden auch unter Magen-Darm-Beschwerden. In anderen Fällen vergeht diese erste Phase ohne dass sich typische Beschwerden zeigen.
Nur 10 Prozent kommen in die zweite Phase. Diese erste Phase der FSME dauert etwa 2 bis 4 Tage an. Bei über 90 Prozent der Erkrankungen ist jetzt bereits alles überstanden. Lediglich bei ungefähr 10 Prozent der Betroffenen kommt es, oft nach einer beschwerdefreien Phase von 3 bis 8 Tagen, zu einer zweiten Erkrankungsphase. In Ausnahmefällen kann es zu einem direkten Übergang von der ersten in die zweite Phase kommen.
Das Nervensystem ist betroffen. In der zweiten Erkrankungsphase befällt das FSME Virus das zentrale Nervensystem. Das Fieber steigt wieder an bis auf Werte um 40 Grad. Der Betroffene leidet unter heftigen Kopf- und Gliederschmerzen. Der weitere Verlauf der Erkrankung hängt stark davon ab, welche Teile des zentralen Nervensystems betroffen sind.
Bei der Meningitis oder auch Meningoenzephalitis sind die Hirnhäute von einer Entzündung befallen.
Bei der Enzephalitis oder Meningoenzephalitis ist das Hirngewebe entzündet.
Ist die Nervenwurzel von einer Entzündung betroffen, spricht man von einer Radikulitis oder auch Meningoenzephaloradikulitis.
Die Myelitis betrifft das Rückenmark.
Die Krankheitszeichen sind individuell sehr unterschiedlich. Allgemein kann es zu folgenden Symptomen kommen:
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hohes Fieber
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Kopfschmerzen
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Rückenschmerzen
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Gliederschmerzen
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Übelkeit
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Erbrechen
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Schwindel
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Bewusstseinsstörungen
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Lähmungen
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reversible Psychosen
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Lichtempfindlichkeit
Meistens beginnt nach etwa 3 Tagen eine Phase kontinuierlicher Verbesserung, die sich über 1 bis 3 Wochen erstreckt. Die Sterblichkeit liegt bei 1 bis 2 Prozent. Die Prognose für Erkrankungen der zweiten Krankheitsphase ist durchaus unterschiedlich. Es gilt aber als sicher, dass die Sterblichkeit (Letalität) und die Folgeschäden bei Erkrankungen im höheren Lebensalter zunimmt. Danach beträgt die Sterblichkeitsrate bei einer Infektion mit dem in Europa vorherrschenden westlichen Erregertyp (Ixodes ricinus) 1 bis 2 Prozent, beim östlichen Erregertyp (Ixodes persulcatus) 10 bis 20 Prozent.
Obwohl sich die meisten Krankheitssymptome zurückbilden, muss in 10 Prozent aller Fälle mit neurologischen Restschäden gerechnet werden. Dabei treten besonders häufig Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen, Depressionen und Psychosen auf. Auch Lähmungserscheinungen können zurückbleiben. Ob auch eine Schädigung des Erregungs- und Leitungssystems des Herzens als Folge einer FSME Infektion angenommen werden kann, ist noch nicht eindeutig belegt.
Somatische Störungen können lange anhalten. Andere Zahlen sprechen von 30 bis 40 Prozent Folgeschäden, wenn man die Enzephalitis und Myelitis isoliert betrachtet. Als Folgeschäden tritt vorwiegend das sogenannte neurasthenische Syndrom auf. Diese Folgeerkrankung ist eine Somatisierungsstörung, die mit vermehrter Müdigkeit und einer verminderten Belastbarkeit der Betroffenen einhergeht. Auch Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Gleichgewichtsstörungen, Hörstörungen und Lähmungen können zurückbleiben.
Lyme-Borreliose
Lyme Borreliose wird gewöhnlich durch einen meist schmerzlosen Zeckenstich übertragen. Zecken leben vorzugsweise im Unterholz, niederwachsenden Wiesen, Seeufern und Weiden. Abhängig vom Fundort sind Zecken von weniger als 1% bis zu mehr als 90% mit Spirochäten infiziert.
Die Zecke hat einen zweijährigen Lebenszyklus und muß drei mal Nahrung aufnehmen. Als Larve ist sie hautfarben und hat die Größe eines Stecknadelkopfes. Sie ernährt sich vom Blut kleiner Tiere wie der Maus, von der sie schon Spirochäten aufnehmen kann. Als Nymphe ist sie so groß wie ein Mohnsamen, beige oder teilweise transparent und ernährt sich vom Blut größerer Tiere wie Katzen, Hunde oder von Menschen. Die ausgewachsene Zecke ist schwarz oder rötlich und ernährt sich von Rindern, Rehen, Hunden und Menschen.
April bis Oktober wird als Zeckensaison betrachtet, obwohl die Lyme Borreliose ein ganzjähriges Problem darstellt. Zecken sind besonders aktiv im Frühling und Frühsommer.
Symptome
Lyme-Borreliose wird als der "Große Imitator" bezeichnet, weil sie viele andere Krankheiten nachahmen kann, was die Diagnose erheblich erschwert. Ein Hautausschlag kann einige Tage nach der Infektion auftreten oder auch ganz fehlen. Diese Hauterscheinung kann nur Stunden, aber auch über Wochen bestehen, sehr unauffällig und klein oder auch von beträchtlicher Größe sein (bis zu 30 cm). Das Erythema chronicum migrans, ein roter Ring mit weißem Zentrum ist das Kennzeichen der Lyme Borreliose.
Unglücklicherweise ist das nicht die einzige Hauterscheinung, die auftreten kann. Ein einziger Stich kann vielfältige Erscheinungen nachahmen, wie:
Nesselausschlag, Ekzema, Sonnenbrand, Flohstiche etc.
Die Haut kann jucken, sich heiß anfühlen oder keine Beschwerden zeigen. Der Hautausschlag kann verschwinden und nach Wochen wieder erscheinen.
Falls Sie eine Rötung bemerken, machen Sie eine Fotografie davon, denn mache Ärzte verlangen den "Beweis" eines Zeckenbißes, bevor sie eine Behandlung in Betracht ziehen !
Frühsymptome:
Tage oder Wochen nach einem Biß durch eine infizierte Zecke entwickeln Menschen häufig grippeähnliche Symptome wie Gliederschmerzen, schwaches Fieber oder Müdigkeit.
Andere mögliche Symptome:
Kein Teil des Körpers wird verschont:
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Kiefer - Schmerzen, Schwierigkeiten beim Kauen
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Blase - ständiges oder schmerzhaftes Urinieren, wiederholte Blasenentzündungen
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Lunge - Atemwegsinfektionen, Husten, Asthma, Lungenentzündung
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Ohren - Schmerzen, Hörverlust, Ohrensausen, erhöhte Geräuschempfindlichkeit
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Augen - entzündungsbedingter Schmerz, Lichtempfindlichkeit, Scleritis, erschlafftes Augenlid, Bindehautentzündung, verwischtes oder Doppelt-Sehen
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Hals - Reizung, geschwollene Drüsen, Husten, Heiserkeit, Schluckbeschwerden
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Nervensystem - Kopfschmerzen, Fazialislähmung 8gesichtslähmung), Krampf, Meningitis (Hirnhautentzündung), Nackensteife, brennende, kribbelnde oder prickelnde Empfindungen an beliebigen Stellen des Körpers, Verlust von Reflexen und Koordinationsfähigkeit, MS ähnliche Symptome
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Magen - Schmerzen, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Magenkrämpfe, Anorexia (Magersucht)
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Herz - Schwäche, Schwindel, unregelmäßiger Herzschlag, Myo (auf den Muskel bezogen) - carditis (Herzentzündung. Herzprobleme), Peri (um ... herum angeordnet) - carditis (Herzentzündung. Herzprobleme), Palpitation ("Herzklopfen"), Herzblock (Störung des Systems, das den Herzrhythmus steuert. Die Folge ist ein unkoordiniertes Ventrikel/Vorhof-Kontrahieren), Vergrößerung des Herzens, Synkope (kurzer Ohnmachtsanfall bei Herzrhythmusstörungen), Entzündung der Membran, Kurzatmigkeit, Brustschmerzen
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Gelenke - Arthralgie oder Arthritis, Muskel-Entzündung und -Schmerzen
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Andere Organe- Leberinfektion, erhöhtes Leberenzym, vergrößerte Milz, geschwollenes Hoden, unregelmäßige oder ausbleibende Menstruation
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Neuropsychiatrische Auswirkungen - Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Verminderung der Konzentration, kognitive Einbußen, Gedächtnisstörungen, Verminderung des Appetites, geistiger Abbau, Depression, Desorientierung, Schlafstörungen
Dies ist eine Liste möglicher Symptome. Sie können in jeder Kombination auftreten. Sie können ein oder mehrere Symptome entwickeln, aber nicht jeder wird unter all diesen Symptomen leiden. LB hat auf jeden Wirt eine andere Auswirkung. Selbst wenn Sie eine oder mehrere dieser Beschwerden entwickeln, bedeutet das nicht, daß Sie an Lyme-Borreliose erkrankt sind.
Die Diagnose erfolgt
nicht allein aufgrund serologischer Testergebnisse, sondern auf Grund der eben skizzierten klinischen Symptome und deren zeitlichem Verlauf und sollte von einem sorgfältigen Arzt gestellt werden, der Erfahrung in der Diagnose von Lyme-Borreliose hat, und der sich über neue diagnostische Verfahren und neuere wissenschaftliche Erkenntnisse auf dem Laufenden hält.
Behandlung:
Lyme-Borreliose ist mit Antibiotika behandelbar. Die Behandlung erfolgt durch orale oder intravenöse Antibiotika. Bei Personen, die nicht sofort diagnostiziert werden, kann eine intravenöse (i.v.) Antibiotikabehandlung nötig sein. Die Länge der erforderlichen Behandlungsdauer ist abhängig vom Verlauf der Krankheit.
Eine Behandlung nach einem Zeckenstich sollte in folgenden Fällen durchgeführt werden:
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Wenn Sie von einer Zecke gestochen wurden, die einen positiven Test für Spirochäten hat.
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Wenn Sie von einer Zecke gestochen wurden und Symptome haben.
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Wenn Sie von einer Zecke gestochen wurden und schwanger sind.
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Wenn Sie von einer Zecke gestochen wurden und in einem endemischen Gebiet leben.
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Für Menschen gibt es derzeit keine Schutzimpfung. Menschen entwickeln keine Immunität gegen Lyme-Borreliose. Eine Reinfektion ist möglich.
Testverfahren:
Gewöhnlich wird im ersten Schritt ein Bluttest durchgeführt. Derartige Tests sind derzeit nicht zuverlässig. Auch Urin- und Liquor-Untersuchungen geben keinen endgültigen Aufschluß. Falsche positive wie falsche negative Testergebnisse kommen vor. Medikamente, die für andere Erkrankungen eingenommen wurden oder andere Umstände können auch die Testergebnisse beeinträchtigen.
Vorbeugung:
Insektizide
Auf dem Grundstück sollte "Damminix" ausgelegt werden, das sind Pappröhren, die insektizidgetränkte Wattebäusche enthalten. Diese Röhren verteilt man auf dem Grundstück unter Bäumen und Sträuchern. Mäuse, die die Schlüsselrolle in der Verbreitung der Lyme-Borreliose spielen, finden die Wattebäusche und bringen sie in ihre Gänge zurück, um sie als Nistmaterial einzusetzen.
Dies vermindert die Zahl der Zecken in der engeren Umgebung erheblich. Leider kann es nach zwei Jahren zu einem erneuten Anwachsen der Zeckenpopulation kommen, wenn nämlich andere Kleintiere (z.B. Vögel), die keine Wattebäusche einsammeln, zum Wirt für Zecken werden. Daher ist solch ein Mittel allein nicht ausreichend. Man sollte zusätzlich flüssige oder gekörnte Insektizide ausbringen.
Produkte für flächige Anwendung sind u.a. Dursban, Tempo und Sevin. Man erhält sie als Flüssigkonzentrat oder als Granulat. Flüssige Insektizide sollten in einem feinen Nebel versprüht werden, nicht als grobe Sprays. Diese Insektizide sollten in einem mindestens 1 m breiten Rasenstreifen um Bäume und Gebüsch herum ausgebracht werden. Ebenso sollten sämtliche Ziersträucher am Haus damit behandelt werden, die Kleinlebewesen als Lebensraum dienen. Der beste Zeitpunkt für das Ausbringen von Insektiziden ist das späte Frühjahr und im Frühherbst.
Kleidung
Wenn man lange Hosen trägt, sollte man die Hosenbeine in die Socken stecken. Auf diese Weise krabbeln Zecken, die auf Schuhe oder Socken gelangt sind, an der Außenseite der Hose nach oben, und die Wahrscheinlichkeit eines Stiches verringert sich dadurch. Helle Kleidung ist deswegen empfehlenswert, weil Zecken besser darauf zu erkennen sind. An glatten Stoffen, wie Plastik-Windjacken, können sich Zecken nicht so leicht festhalten. Sie sind daher Strickwaren oder Ähnlichem vorzuziehen.
Zeckenabweisende Substanzen, die Permethrin (Permanone, Permakill) enthalten, sprüht man vor dem Anziehen auf die Kleidung und läßt sie auch erst trocknen. Diese Substanzen nicht direkt auf die Haut aufbringen.
Zecken sind gegen Austrocknen sehr empfindlich. Daher ist zu empfehlen, die Kleidung nach einem Aufenthalt in einem zeckendurchseuchten Gebiet für einige Minuten in den Wäschetrockner zu stecken. Evtl. vorhandene Zecken werden dadurch abgetötet.
Haut
Insektenabweisende Mittel, die DEET enthalten, sind ein wenig wirksam, wenn man sie sich auf die Arme, Beine und den Hals aufträgt. Man darf sie jedoch nicht großflächig auf dem Körper verteilen, da sie resorbiert werden und toxisch wirken können. Lösungen, die mehr als 50% DEET enthalten, sind nicht empfehlenswert. 25%ige Lösungen sind vorzuziehen. Bei kleinen Kindern sollte man insektenabweisende Mittel mit Vorsicht anwenden, da sie anfälliger auf deren schädigende Wirkungen sind. Denken Sie auch daran, daß solche Mittel sich schnell verflüchtigen und daher immer wieder aufgetragen werden müssen.
Nicht vergessen, sich gründlich nach Zecken abzusuchen, und nicht erst, wenn man nach Hause kommt, sondern immer wieder schon unterwegs!
Q-Fieber
Q-Fieber wird durch das Bakterium Coxiella burnetii verursacht, das sich im Inneren befallener Zellen ansiedelt. Während Zecken eine wichtige Rolle im Infektionskreislauf der Wald- und Feldtiere spielen, erfolgt die Übertragung auf den Menschen auf dem Luftweg.
Die Krankheitserreger sind weltweit verbreitet und kommen insbesondere bei Rindern, Schweinen, Pferden, Schafen und Ziegen vor, allerdings können auch Wild- und Haustiere - wie z.B. Rehe, Füchse, Katzen und Hunde - betroffen sein. Ausgangspunkt sind oft die getrockneten Ausscheidungen und Produkte (z. B. Wolle) infizierter Haus- und Nutztiere. In etwa der Hälfte der Fälle kommt es zu einer grippeähnlichen Erkrankung, die durch Entzündungen von Lunge, Leber, Herzmuskel oder Gehirn kompliziert werden kann. Auch chronische Formen kommen vor.
Die Übertragung erfolgt meistens durch einatmen infektiösen Staubes. Eine Übertragung auf den Menschen ist unter anderem durch Zecken möglich, wenn diese zunächst ein infiziertes Tier beißen und anschließend einen Menschen. Allerdings ist auch eine direkte Übertragung der Erreger von infizierten Tieren auf den Menschen möglich, insbesondere bei engem Kontakt zu Schafen. Die Ansteckung erfolgt durch das Einatmen infektiösen Staubes (z. B. getrockneter Kot) oder, allerdings seltener, durch den Verzehr infizierter Rohmilch oder kontaminierten Rohkäses. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch durch normale Kontakte ist nicht möglich, allerdings eine Infektion über gespendetes Blut oder Knochenmark.
Inkubationszeit ist 2 bis 3 Wochen Die Inkubationszeit (Zeitspanne zwischen Infektion und Erkrankung) beträgt 2 - 3 Wochen, in seltenen Fällen 4 Wochen. Viele Infektionen können symptomlos verlaufen.
Treten Krankheitszeichen auf, äußern sich diese in Form von Anstieg der Körpertemperatur, grippeähnlichen Erscheinungen, starken Kopfschmerzen (insbesondere hinter den Augen), Muskelschmerzen (vor allem an der Rückenmuskulatur) und Husten. Diese Krankheitszeichen bestehen in der Regel für eine Zeitraum von 2 Wochen. In einigen Fällen ist die Entwicklung einer Lungenentzündung möglich, zum Teil mit schwerem Verlauf. Auch Leberentzündungen kommen relativ häufig vor. Selten sind Entzündungen des Knochenmarks und der Venen sowie Gehirn- und Gehirnhautentzündungen. In einzelnen Fällen entwickelt sich ein chronisches Q-Fieber mit Entzündung der Herzinnenräume (Endokarditis) und des Herzbeutels (Perikarditis) sowie einer Leberentzündung.
Die Therapie erfolgt durch die Gabe von Antibiotika, und zwar für eine Dauer von 2 - 3 Wochen. Empfohlen werden Chinolone, Tetracycline, Makrolid-Antibiotika. Zur Vorbeugung ist es sinnvoll, die speziellen tierischen Infektionsquellen zu minimieren. Dazu gehören Maßnahmen wie die Pasteurisierung von Milch und die Beachtung von mikrobiologischen Arbeitsschutzvorschriften. Besonders gefährdete Personen, z. B. Tierärzte, Schlachthofpersonal oder Labormitarbeiter, sollten vorsorglich geimpft werden.
Zeckenentfernung
Suchen Sie Ihren Körper nach einem Aufenthalt im Freien genau ab. Lassen Sie die Finger vorsichtig über die Haut streichen. Falls sich eine Zecke festgesetzt hat, fühlt es sich an wie eine keines Stück Schorf, bevor eine Wunde verheilt. Die Nymphen sind etwa 2 mm lang, die erwachsenen Zecken sind über 5 mm lang.
Die richtige Entfernung von Zecken

Hat sich eine Zecke festgesetzt, so sollte sie so schnell wie möglich aus der Haut entfernt werden. Aber Vorsicht! Das Tier nicht zerdrücken! Und auf keinen Fall mit Öl (oder auch Uhu) ersticken – wie es früher mal empfohlen wurde. Am elegantesten bekommt man eine Zecke mit einer sog. Zecken-Zange problemlos raus. Solche Zangen gibt es in der Apotheke, oder fassen Sie die Zecke mit einer Pinzette (nicht mit den Fingern!) so nahe wie möglich an der Haut und versuchen Sie, die Zecke gerade herauszuziehen. Die richtige Entfernung einer Zecke will gelernt sein.
Die "Zeckenzange", die in Apotheken und auch in manchen Supermärkten angeboten wird, ist nicht gut geeignet, wenn sie beim Herausdrehen der Zecke deren Hinterkörper andrückt. Und das ist dann der Fall, wenn die Zecke schon gesogen hat.
Grund: die Borrelien befinden sich besonders im Darm der Zecke und der Druck auf den Hinterleib würde sie wie einen Pumpball noch verstärkt von dort in die Stichstelle injizieren.
Anschließend wird die Stichstelle desinfiziert. Die Zecke darf nicht mit Hitze oder Chemikalien irritiert oder am Körper gefaßt werden, da dies die Zecken veranlaßt, mehr Krankheitserreger in die Haut abzugeben. Die Zecke klebt man auf eine Karte und versieht sie mit Ort und Datum des Stiches und der Beschreibung der Einstichstelle. Je eher die Zecke entfernt wird, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, sich zu infizieren.
Die Zecke kann getestet werden. Legen Sie die Zecke in einen kleinen Behälter mit einem angefeuchteten Baumwolltupfer oder einem Grashalm und übergeben Sie sie Ihrem Arzt oder der örtlichen Gesundheitsbehörde.
Viele weitere Infos finden Sie unter www.zecken.de
(C)
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