Der Mann und seine Hormone
Von den tausenden Hormonen oder hormonähnlichen Substanzen, die inzwischen von Medizinforschern entdeckt wurden, stellen sich einige Wenige als ganz besonders wichtig für das Wohlbefinden des Mannes dar. Diese Hormone kann man euphorisch als "Botenstoffe des Lebens" bezeichnen, denn sie sind in besonderer Weise für die Aufrechterhaltung der männlichen Vitalität verbunden. So gibt es ohne Testosteron nicht nur keine Erektion, sondern der ganze Mann verfällt bei Testosteronmangel in Agonie und Depression. Der Mann, der sich angeblich über seine Erektion definiert, definiert sich in Wahrheit über sein Testosteron.
TESTOSTERON - Der Männermacher
Von der Vielzahl an Hormonen des Mannes, ist das Testosteron wohl das Allerwichtigste: es ist der Männermacher, das Königshormon des Mannes! Deswegen wird dieses Männerhormon in mehreren Kapiteln ganz besonders genau abgehandelt.
Es wird in speziellen Zellen der männlichen Keimdrüsen, den Hoden, gebildet und gelangt von dort aus über den Blutkreislauf an die Erfolgsorgane, und das sind, wie man inzwischen weiß, praktische sämtliche Gewebe des männlichen Organismus. Kaum eine Zelle kann sich der Einflußnahme durch das Testosteron entziehen! Deswegen gilt das Testosteron als das "Königshormon des Mannes": es ist der "Männermacher" und man weiß inzwischen, daß man es viel zu lange unterschätzt hat.
Auch die Wirkungsweise dieses Hormons ist priviligiert, denn es dockt direkt am Kern der Zelle an. Der Zellkern enthält den Bauplan für das Leben, das Erbmaterial, und das Testosteron ist in der Lage, Teile dieses Erbmaterials zu aktivieren oder zu deaktivieren, es führt somit zu einer veränderten Genexpression. Nicht die Gene werden verändert, sondern das, was sie bewirken.
Die beste Illustration für diese Vorgänge ist das Beispiel des pubertierenden Jungen: obwohl das Erbmaterial nicht verändert wird, macht die in der Pubertät einsetzende Testosteronproduktion aus dem männlichen Kind einen Menschen mit einem völlig anderen Erscheinungsbild: das Haupthaar wird weniger, die Körperbehaarung nimmt zu, die Sinnesorgane werden geschärft, die Psyche wird aggressiver, die Muskelmasse wird größer, das Fett weniger, die Haut derber, der Knochen fester, der Penis größer und der sexuell völlig desinteressierte Bub entdeckt plötzlich auf sehr vehemente Weise seine Sexualität. Das alles beweist: die Genexpression wurde verändert...-durch das Testosteron!
Testosteron wird im Körper mithilfe von Enzymen verändert und es entstehen andere Hormone daraus: zum Beispiel über das Enzym Aromatase das weibliche Sexualhormon Östradiol, auf dessen Wirkung auf den männlichen Organismus unten noch genauer eingegangen wird.
Die 5-alpha-Reduktase macht aus Testosteron das Dihydrotestosteron (DHT) , welches einerseits unverzichtbar ist, aber auch ein krankmachendes Potenzial besitzen kann, wenn es in zu großen Mengen vorliegt. Dies ist allerdings nur bei 5 - 10% der männlichen Bevölkerung der Fall, denn diese Männer weisen einen Genpolymorphismus am Codon 49 (A49T) oder 89 (V89L) ihres Genoms auf, weswegen es zu einer 5-fach erhöhten Aktivität der 5-alpha-Reduktase und somit zu besonders hohen Konzentrationen an DHT kommt. Die Folge ist nicht nur ein auffallend starker Haarausfall, sondern auch ein deutlich erhöhtes Risiko für Arteriosklerose und Prostatacarcinom.
TESTOSTERONMANGEL
Ähnlich wie bei der Frau nimmt auch beim Mann die Hormonproduktion sämtlicher endokriner Drüsen, natürlich auch der Hoden, mit zunehmendem Alter ab. Die Lebenstestosteronkurve des gesunden (!) Mannes kann man sich so vorstellen, daß beginnend mit dem 20. Lebensjahr jährlich ein Minus von 1,2% auftritt, was zunächst keine Probleme machen muß.
Allerdings unterschreitet der Hormonspiegel irgendwann die individuelle Wohlfühlschwelle , was zu den typischen Symptomen führt, die als solche allerdings erst erkannt werden müssen. Echte Mangelerscheinungen treten meistens um das 40. Lebensjahr auf, manchmal früher, manchmal später. Dabei ist es von untergeordneter Bedeutung warum es zu einem Hormonmangel kommt. Es kann die altersbedingte Insuffizienz der Hoden oder aber irgendeine Krankheit sein, die den Hormonspiegel beeinträchtigt.
Testosteronmangel macht immer die selben Symptome!
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Hat sich Ihre Körperarchitektur verändert? - im Sinne einer Vermehrung des Körperfetts bei gleichzeitiger Verminderung der Muskelmasse.
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Hat sich Ihre berufliche Belastbarkeit oder Ihre Merkfähigkeit verändert?
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Hat sich Ihre Stimmungslage verändert und neigen Sie zu Mutlosigkeit, Zukunftsängsten oder gar zu depressiven Verstimmungen?
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Hat sich Ihr Sexualleben verändert, "interessiert" Sie der Sex nicht mehr so wie früher oder haben Sie gar Erektionsprobleme?
=>dann besteht der DRINGENDE Verdacht auf einen Testosteronmangel!
Es gibt noch zehn sogenannte "Kardinalfragen", mit denen man einem Testosteronmangel auf die Spur kommen möchte:
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Wieviel Sport betrieben Sie? (-je weniger, desto schlechter!)
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Wie ist Ihre Stimmungslage?
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Wieviel rauchen Sie? (-je mehr, desto schlechter!)
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Was taugt Ihr Gedächtnis?
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Schlafen Sie gut?
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Wie oft haben Sie Spontanerektionen und hat die Häufigkeit abgenommen?
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Wieviel Alkohol trinken Sie?
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Leiden Sie unter unbegründeten Angstzuständen?
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Hat Ihre Libido (Lust auf Sex) in der letzten Zeit abgenommen?
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Fühlen Sie sich öfters ohne Grund energielos und ausgelaugt?
Solche und ähnliche Fragenkataloge ersetzen zwar nicht den Labortest und schon gar nicht den Gang zum Männerarzt, geben aber wertvolle Aufschlüsse über die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Testosteronmangel vorliegt. Sollten Sie zu dem Schluß kommen, Ihre Beschwerden könnten auf einen Testosteronmangel zurück zu führen sein, sollten Sie einen Männerarzt aufsuchen.
Er beschäftigt sich auch - und ganz speziell - mit den hormonell verursachten Problemen der Männer!
Die Diagnose eines Testosteronmangels muß unter Berücksichtigung der Beschwerden und des Laborbefundes gestellt werden, denn jeder Mann hat seine persönliche Wohlfühlschwelle. Was für den Einen noch genug ist, kann für den Anderen schon zu wenig sein.
TESTOSTERON und der "WECHSEL des MANNES"
Dieses kleine Kapitel widmet sich ausschliesslich der Begriffsbestimmung des "männlichen Wechsels" , weil es darüber so viele kontroversielle Meinungen gibt und selbst "Fachleute" zu keinem letztgültigen Schluß kommen. Dabei wäre es ganz einfach: man braucht sich nur auf die Bedeutung des lateinischen Wortes für Wechsel, climax= Klimakertium besinnen. Klimax heisst nämlich wörtlich übersetzt "Wende" im Sinne einer "Kritischen Zeit".
Und daß die Männer wegen Ihres fallenden Testosteronspiegels so um die 40 eine kritische Zeit durchleben, ist doch unbstritten und evident. Was nichts anders heisst, als daß Männer sehr wohl ihren "Wechsel" haben, früher hat man dazu eher midlife-crisis oder "zweiter Frühling" gesagt.
Allerdings haben Männer keine Andropause , so wie die Frauen ihre Menopause haben, weil die Testosteronproduktion, anders als bei den Frauen, das ganze Leben nicht zum Stillstand kommt.
THERAPIE des Testosteronmangels
Wenn ein Testosteronmangel festgestellt wurde, muß man diesen beheben. Das Ignorieren eines Testosteronmangels kann zu schwerwiegenden Symptomen führen. Und warum sollte man einen Mangel an Sexualhormonen anders einstufen, als einen Mangel an anderen Hormonen? Die Substitution von Insulin oder Schilddrüsenhormonen ist aus der modernen Medizin nicht mehr weg zu denken!
Vor leichtfertiger Hormontherapie oder gar Selbstmedikation muß eindringlich gewarnt werden! Bitte begeben Sie sich in die Hände eines erfahrenen Arztes!
Nicht jeder Testosteronmangel muß gleich mittels Ersatztherapie behandelt werden. Wenn die Aussicht besteht, den eigenen Hoden zu vermehrter Aktivität anregen zu können, sollte man dies tun. Es ist daher state of the art, diesen Männern primär vorzuschlagen, ihren Testosteronwert über eine Veränderung des Lebensstils zu verbessern.
Dafür gibt es mehrere konkrete Ansatzpunkte:
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Mehr Sex!- Zumindestens 3 Ejaculationen pro Woche.
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Mehr Sport! Gemeint ist wöchentlich mindestens 3 x Ausdauertraining in der dem Alter entsprechenden Pulsfrequenz plus "ein bißchen" Krafttraining.
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Weniger essen! Je weniger Sie wiegen, desto besser für Ihren Hormonspiegel.
Alle 3 Massnahmen haben übrigens für eine ganze Reihe von Hormonen ihre Gültigkeit und nicht bloß für das Testosteron!
TESTOSTERONERSATZTHERAPIE und PROSTATA
Experten sind sich einig, daß die Testosteronersatztherapie beim Mann kein Risiko für die Entstehung des Prostatacarcinoms darstellt, ganz im Gegenteil! Wie wäre es sonst zu erklären, daß sowohl die gutartige Prostatahyperplasie, aber auch der Prostatakrebs selbst, genau dann auftreten, wenn die Ausstattung des Mannes mit Testosteron ihrem Tiefststand entgegengeht?
DIHYDROTESTOSTERON (DHEA)
DHEA ist die weitverbreitete Abkürzung für das "Dehydroepiandrosteron", einem Nebennierenhormon, das jeder Mann kennt, der sich mit seinem Körper und speziell mit "Anti-Aging" beschäftigt. Es ist in Amerika sehr weitverbreitet und konnte früher als Nahrungsergänzungsmittel im Supermarkt gekauft werden. (Dies wurde aber jüngst geändert. Auch in den USA hat sich herumgesprochen, daß Hormonersatztherapie beim Mann in die Hand des Männerarztes gehört...!)
Die Wirkungen dieses Hormons hören sich ja auch wirklich fast sagenhaft an: es wirkt als Gegenspieler des Cortisols stressmindernd und energiesparend und - weil es selbst ein "Androgen" ist und auch zu Testosteron umgewandelt werden kann - auch ganz ähnlich wie das Testosteron selbst.
Dies ist aber auch genau der Grund dafür, daß die Substitution des DHEA beim Mann keine Rolle spielt, denn um eine testosteronähnliche Wirkung zu erzielen, geben wir (wohlgemerkt NUR bei den Männern) gleich das Testosteron selbst. Sie brauchen daher kein DHEA zu sich zu nehmen. Denn besteht ein echter Androgenmangel, brauchen sie Testosteron, besteht kein Androgenmangel, brauchen Sie kein Testosteron, aber auch kein DHEA.
Die ÖSTROGENE des Mannes
ÖSTROGENE sind die klassischen weiblichen Sexualhormone, der Inbegriff des Weiblichen. Sie werden in den Eierstöcken der Frauen gebildet, aber nicht nur dort, denn es gibt auch andere Zellen, die in der Lage sind, Östrogene durch Aromatisierung aus Testosteron zu synthetisieren. So macht sich auch der männliche Organismus seine Östrogene überall dort, wo er sie braucht.
Das passiert vor allem in den Endothelzellen der Blutgefäße, denn dort schützen Östrogene vor Arteriosklerose und
im Nebenhoden, denn dort benötigt der Mann Östrogene für die Samenreifung.
Doch - leider - es gibt auch noch eine dritte Sorte von Zellen, die imstande sind, Östrogene zu synthetisieren, die Fettzellen.
Das ist auch der Grund, warum Männer mit einem hohen Körperfettanteil zum Teil über exorbitant hohe Östrogenspiegel verfügen, was ihnen nicht gut tut...! ....- denn Östrogene haben eine dem Testosteron diametral entgegengesetzte Stoffwechselfunktion. Während Testosteron aus Zucker Eiweiss macht, fördern Östrogene die Umwandlung von Zucker in Fett und machen somit dick!
Stellen Sie sich vor: Östrogene fördern den Fettaufbau und jede einzelne Fettzelle erhöht wiederum den Östrogenspiegel! Das ist ein richtiger Teufelskreis, der den Fettabbau eines abnehmwilligen, übergewichtigen Mannes fast unmöglich macht...!
Und noch etwas: Alkohol aktiviert das Enzym Aromatase und führt so zu einem Östrogenüberschuß im Männerkörper.
Und: der Teufelskreis beginnt von vorne! Das ist auch der Grund, warum man(n) auf Alkohol so schnell zunehmen kann. Männer mit einem zu hohen Östradiolspiegel verlieren ihr "androgenes Erscheinungsbild". Sie sind übergwichtig, träge und haben keinen "Biß". Der Östrogenspiegel spielt daher in der Hormondiagnostik des Mannes eine große Rolle. Die Interpretation des Blutöstrogenspiegels erfordert aber große Erfahrung, über die nicht jeder Arzt verfügt.
Die GESTAGENE des Mannes
Gestagene sind die Schwangershaftshormone der Frau und weil Männer nun mal nicht schwanger werden können ( - obwohl dies manche Frauen gerne so hätten !!?), spielen sie beim Mann eigentlich keine Rolle, leider! muß man sagen.....denn es gibt einige Gestagenwirkungen, die den Männer auch zugute kommen sollten...! Auch Männer haben in ganz kleinen Mengen Gestagene, denn diese sind die Synthesevorstufe zum Testosteron und fallen somit als Abfallprodukt im Männerkörper an.
Gestagene haben neuesten, revolutionären Forschungen zufolge einen regenerativen Effekt auf Nervenzellen. Sowohl das Progesteron, aber auch dessen Vorstufe, das Pregnenolon aktivieren den LIF, den Leucaemia inhibiting factor, der nicht nur Leukämie (Blutkrebs der weissen Blutkörperchen) verhindert, sondern auch die Schwan`schen Zellen zu regenerativem Wachstum aktiviert. Diese Schwan`schen Zellen bilden die Hülle von Neuronen (Nervenzellen) und sie haben u.a. die Aufgabe, bei einem Bruch des Nervenstranges dessen Regenerationsweg zu bahnen.
Mit Pregnenolon ist es ausserdem möglich, bei Patienten beiderlei Geschlechts die kognitive Aktivität zu steigern. Bei verschiedenen Formen von Gedächtnisstörungen gibt es mit Gestagengaben hoffnungsvolle Ansätze. Es gibt noch ein drittes Hormon, welches regenerativ auf das Nervensystem wirkt: das Prolactin.
Die GONADOTROPINE des Mannes
Ganz allgemein sind Gonadotropine Hypophysenhormone, die im Regelkreis gemäß dem "System der übergeordneten Drüse" zwischengeschaltet sind. Sie stammen aus der Hypophyse und sind dem Hypothalamus unter.-, den Keimdrüsen aber übergeordnet... - für jedermann verständlich könnte man das so erklären: beim Mann regeln Gonadotropine die Aussschüttung von Testosteron aus dem Hoden, unterliegen aber selbst einer Regulation durch den Hypothalamus.
Das ICSH (interstitialzellstimulierende Hormon, bei der Frau das LH) aktiviert also die Testosteronfreisetzung aus dem Hoden und schaltet sie aber auch wieder zurück, wenn der Testosteronspiegel im Blut zu hoch zu werden droht. Das ist auch der Grund, warum bei externer Zufuhr von Testosteron oder anderen testosteronähnlichen Substanzen (z.B. Steroidanabolika) der Hoden inaktiviert wird und - wenn dieser Zustand zu lange andauert - auch Schaden nehmen kann. Ich möchte kein Geheimnis daraus machen, daß ich mit dieser Problematik sehr häufig im Leistungssport konfrontiert bin, wenn Steroidanabolika zum Einsatz kommen. Andere Anabolika, zum Besispiel das Wachstumshormon, haben diese Wirkung nicht, ganz im Gegenteil....
Das ICSH wird auch zu diagnostischen Zwecken verwendet. Denn der Wechsel des Mannes sollte durch einen fallenden Testosteronspiegel und einen steigenden ICSH-Spiegel gekennzeichnet sein. Dies ist aber Lehrbuchmeinung und trifft in den seltensten Fällen tatsächlich zu. Denn genauso wie der Hoden altersbedingt seine Hormonproduktion vermindert, tut dies auch die Hypophyse, wodurch der Fall eintritt, dass das ICSH und das Testosteron gleichzeitig vermindert sind.
Die Zufuhr von Gonadotropinen von aussen (meist durch Injektionen) kann zwar den Hoden wieder aktivieren und das ist öfters einmal erforderlich, hemmt aber den übergeordneten Regelkreis des Hypothalamus. Daher kann auch eine solche Behandlung nur in Ausnahmefällen und dann nur kurzfristig durchgeführt werden und gehört in die Hand eines endokrinologisch erfahrenen Männerarztes.
Männer besitzen auch das FSH, das follikelstimulierende Hormon (-obwohl sie keine Follikel haben), es spielt beim Mann eine bedeutende Rolle bei der Samenreifung. Dies ist auch der Grund, warum eine Blockierung der Gonadotropine durch Androgenzufuhr von aussen auch die Samenreifung stört und zu einer zumindestens passageren Infertilität führt. Zu lange und möglicherweise überdosierte Anwendung von Androgenen kann auch hier zu irreversiblen Schäden führen.
Das PROLACTIN des Mannes
Auch das PROLACTIN ist ein Hypophysenhormon. Es versetzt die schwangere Frau in die Lage, ihr Neugeborenes stillen zu können, indem es die Lactation in Gang setzt. Männer werden aber kaum in die Situation kommen zu stillen, denkt man(n), doch es gibt dennoch einen guten Grund, diesem Hormon sehr große Beachtung zu schenken. Auch für Männer....!
Denn Forscher haben herausgefunden, daß das Prolactin (neben den Gestagenen) ein weiteres Hormon ist, das Nervenzellen des Gehirns und des Rückenmarkes zur Eigenregeneration stimuliert. Auf Neudeutsch-Fachchinesisch nennt man diesen vom Prolaction bewirkten Vorgang "endogene Stammzelleninduktion".
Prolactin aktiviert also die endogenen Stammzellen des Gehirns.
Was sind nun endogene Stammzellen?
Recht lange ist den Forschern die Existenz von endogenen Stammzellen noch nicht bekannt, deswegen haben sie auch noch nicht Einzug halten können in moderne Therapiestrategien. Es handelt sich dabei um ein weiteres Spezialkapitel aus dem Bereich der Molekularmedizin, derjenigen Medizin, die sich mit dem Genom, den Genen und der Aktivierung von Zellmechanismen beschäftigt. Man hat herausgefunden, daß jedes Organ über einen Pool von eigenen Stammzellen verfügt, sozusagen ein Ersatzteillager für neue Zellen. Im Fall des Gehirns liegt dieser Stammzellenpool am Boden des 3. Ventrikels.....und es bedarf nun nur mehr, herauszufinden, wie man diese Stammzellen aktivieren kann. Dies gelingt über "Aktivierungscocktails", einer Mixtur von verschiedenen Hormonen und hormonähnlichen Substanzen.
Und nun schliesst sich der Kreis: Prolactin aktiviert die Stammzellen des Gehirns und je mehr Prolactin im Körper vorhanden ist, desto besser für das Gehirn. Dabei haben es Frauen leicht, ihren Prolactinspiegel zu heben und damit in den Genuß einer prolaktininduzierten Stammzellenaktivierung der Gehirnzellen zu kommen. Sie brauchen nur möglichst oft schwanger zu werden und dann möglichst lange zu stillen....- schon verfügen sie über ausreichend viel Prolactin.....! Forscher sprechen hier von einem priviligierten Zustand der schwangeren Frau, den diese verfügen nicht nur über ausreichend Prolactin, sondern auch über Gestagene.
Doch was machen die Männer?
Nun, so hoffnungslos, wie das aussieht, ist die Lage nicht, denn auch für Männer gibt es Mechanismen, die den Prolactinspiegel deutlich anheben:
Ausdauersport: hierbei kommt es zur wundersamen Vermehrung mehrerer für den Mann sehr wichtiger Hormone: des Testosterons, des Wachstumshormos, aber auch des Prolactins. Über diesen Anstieg des Hormonspiegels kann man(n) sich auch die vielen positiven Effekte von Ausdauertraining auf den Organismus erklären.
Sex: dies ist laut Forschungsberichten die effizienteste Art, den Prolactinspiegel zu heben. Also, Männer, worauf warten Sie noch?: Sex macht klug, denn es hebt den Prolactinspiegel und Prolactin aktiviert die endogenen Stammzellen des Gehirns.
Das MELATONIN des Mannes
MELATONIN ist ein für die Preaeventionsmedizin ungeheuer interessantes Hormon und dennoch wird ihm erstaunlich wenig Beachtung zugestanden. Zu lange wurde es von Scharlatanen für unseriöse Versprechungen mißbraucht und Erwartungen geweckt, die dann nicht erfüllt werden konnten. Also gleich vorweg: auch mit Melatonin wird es nicht gelingen, das Rad der Zeit zurück zu drehen, jünger zu werden anstatt zu altern, es beherbert aber dennoch hoffnungsvolle Ansätze in der Praeventionsmedizin. Und vor allem zeigt die Kenntnis über die Funktionsweise dieses Hormons schonungslos auf, wie sehr sich der Mensch mit dem Establishment "seiner" Zivilisation von der Evolution wegbewegt hat, ohne die Zusammenhänge jemals verstanden zu haben.
Das Melatonin ist ein entwicklungsgeschichtlich sehr altes Hormon. Auch der Organismus des urzeitlichen Fadenwurms, ein aus nur 10.000 Zellen und 19.000 Genen bestehendes Tier, das besterforschte Tier der Welt, wird bereits mithilfe von Melatonin gesteuert. Melatonin stammt aus der Zirbeldrüse und wird dort in Abhängigkeit vom Sonneslicht gebildet. Je heller es ist, je höher die Sonne im Zenit steht, desto geringer ist die Melatoninsynthese. Erst am Abend, wenn die Sonne am Horizont verschwindet, im Sommer später, im Winter früher, setzt die Melatoninsynthese ein, die die Aktivität der Zellen dämpft und ihnen eine höchst notwendige Ruhepause verordnet.
Melatonin regelt also die Aktivität des Organismus in Abhängigkeit des Sonnenlichtes. Es steuert die geniale Abstimmung von Lebewesen auf die Rotation der Erde, desjenigen Phaenomens, das uns Tag und Nacht beschert. Melatonin versetzt den Organismus in die Lage, sich nachts auszuruhen und sich zu regenerieren, steuert aber nicht nur die tageszeitlichen Aktivitätsschwankungen, sondern auch die jahreszeitlichen, indem es in der kalten Jahreszeit, wenn die Sonnenstrahlen rar werden, dem Körper eine Ruhepause vermittelt.
Der Winterschlaf mancher Säugetiere ist genauso melatoningesteuert wie die verminderte Aktivität des Menschen in der kalten Jahreszeit. Wenn aber die Tage wieder länger werden und das Melatonin durch die vermehrte Sonnenenstrahlung wieder weniger wird, wacht auch der Organismus aus seiner melatoninvermittelten Agonie und läuft zu neuer Höchstform auf. Nicht zuletzt ist der Schwermut der nordischen Völker und die Leichtigkeit der Südländer durch Melatonin hervorgerufen......
Die Dissoziation von Evolution und Zivilisation
Das Leben auf diesem Planeten wird nun durch 3,8 Milliarden Jahre durch den aufeinanderfolgenden Rhythmus von Tag und Nacht geprägt. Auch für uns Menschen mit unserer vergleichsweise kurzen Entwicklungsgeschichte von etwa 2 Millionen Jahren ist die Dunkelheit durch hohe Melatoninspiegel gekennzeichnet und der Tag durch niedrige. Erst seit knappen 100 Jahren versuchen wir Menschen der Natur ein Schnippchen zu schlagen, indem wir die Nacht zum Tag machen. Es ist die Erfindung des elektrischen Lichtes, die die von der Evolution so genial eingerichtete Steuerung durch das Sonnenlicht zunichte macht. Verschwindet die Sonne am Horizont, dreht man einfach das Licht auf. Dass der dadurch hervorgerufene Mangel an Melatonin nicht toleriert werden kann, ist jedem verständlich, der über die Wirkungsweise von Melatonin am Menschen Bescheid weiß.
Melatoninwirkung:
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ist das Schlafhormon. Es fördert die Schlafbereitschaft und dient somit der Regeneration des Organismus.
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ist das Energiesparhormon. Es senkt die nächtliche Körpertemperatur, schaltet die Zellaktivität auf Sparflamme und spart somit Energie.
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ist das Regenerationshormon. Die herabgesetzte Körpertemperatur führt zu einer Verminderung der Zellaktivität und diese führt zu einer Aktivierung von Zellreparaturmechanismen. Denn es gilt: Zellaktivität ist verkehrt proportional zur Zellrapatartur.
Ausserdem wirkt Melatonin:
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antigonadotrop, das heisst, es senkt die Spiegel der Sexualhormone und auch die Bereitschaft zur Sexualität.
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pubertätshemmend. Melatonin scheint den Pubertätseintritt zu regulieren. Weil elektrisches Licht und Fernsehen (was auch eine künstliche Lichtquelle ist!) melatoninvermindernd wirkt, stellt sich die Pubertät bei jungen Menschen immer früher ein....
Im Alter:
Melatonin wird aktiviert:
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durch ausreichenden Schlaf in Finsternis
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durch Dinnercancelling und
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durch abendlichen Ausdauersport. Deshalb ist man(n) nach dem Sport so angenehm relaxt und hat zunächst kaum Lust auf Sex....
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durch abendliche Gabe von Melatonin.
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durch ausreichenden Schlaf in Finsternis
Die Verordnung von Melatonin gehört wie jede Hormongabe in die Hand eines erfahrenen Arztes.....bleibt aber die Option bei Melatoninmangel, der durch Lifestyle-Veränderungen nicht wettgemacht werden kann.
Das WACHSTUMSHORMON (HGH, STH) des Mannes
Auch das Wachstumshormon spielt eine zentrale Rolle in der US-amerikanischen Praeventionsmedizin und schön langsam beginnt man auch in Europa, sich der zweifelsohne positiven Wirkungen zu bedienen. Dabei gibt es einen limitierenden Faktor, nämlich den Preis.
Denn die seriösen, gentechnisch hergestellten Präparate sind immer noch sehr teuer und scheinen, wahrscheinlich bedingt durch die große Nachfrage, auch kaum billiger zu werden. Von den billigeren Präparaten muß generell abgeraten werden, weil sie entweder aus Leichenhypophysen gewonnen werden und deshalb Krankheitsübertragung nicht ausgeschlossen werden kann, oder es handelt sich um Präparate, die überhaupt kein Wachstumshormon enthalten. Und von Sprays, die die Sekretion des eigenen Wachstumshormons aktivieren sollen, hört man in der wissenschaftlichen Medizin nichts Gutes.
Wie immer rate ich den potenziellen Verwendern von Wachstumshormonen, sich an einen erfahrenen Arzt zu wenden.
Biographie des Wachstumshormons
Das Wachstumshormon stammt wie so viele Hormone aus der Hypophyse. Es wird auch als STH (lateinisch=somatotropes Hormon) oder HGH (englisch=human growth hormon) bezeichnet, gemeint ist aber immer dasselbe. Es wird durch einen Impuls aus dem Hypothalamus in rhythmischen Pulsierungen aus der Hypophyse freigesetzt und gelangt über den Blutkreislauf in die Leber und an die Fettzellen, wo es in die eigentlich wirksame Substanz, das Somatomedin oder IGF 1 umgewandelt wird.
HGH und Alter
Wie alle Hormone wird auch das HGH mit zunehmendem Alter weniger. Die HGH-Tagesproduktion des 20-Jährigen liegt bei 500 Microgramm/Tag, die des 80-Jährigen bei 25 Microgramm. Daß diese eklatante Differenz in der Hormonbereitstellung seine (negativen) Auswirkungen zeigt, ist leicht verständlich.
Wirkung beim Erwachsenen
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HGH kann den Zelltod stoppen und die Lebensdauer von Zellen erhöhen.
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HGH wirkt stark muskelaufbauend und fettvermindernd.
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HGH steigert die Leistungsfähigkeit des Immunsystems.
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HGH verstärkt die Wirkung der Sexualhormone bei Mann und Frau.
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HGH steigert den Blutzuckerspiegel, um ausreichend Energie für die Protein- (=eiweiss)synthese bereitstellen zu können, wirkt aber nur bei Überdosierung diabetogen.
HGH und Körperarchitektur
Wie schon oben erwähnt, vermindert das Wachstumshormon das Körperfett und wirkt stark anabol, d.h. eiweiss.- und muskelaufbauend. Ich halte es daher für ein Hormon, das praedestiniert ist, bei Männern eingesetzt zu werden.
HGH und unerwünschte Wirkungen
Wie so oft, bestimmt die Dosis, ob das Wachstumshormon negative Auswirkungen auf den Organismus hat oder nicht. Aus dem Leistungssport (Bodybuilderszene) gibt es immer wieder krasse Fälle von Überdosierungen, wo furchteinflössende Mengen an HGH unkontrolliert verabreicht werden. DAVOR MUSS EINDRINGLICH GEWARNT WERDEN! Denn bei Überdosierung kann es zur Akromegalie und zur Einlagerung von Gewebsflüssigkeit kommen. (Akromegalie nennt man das Wachstum von "Körperenden", wie zum Beispiel Hände, Füße, Kinn und Nase). Die Meinung, dass Wachstumshormone die Entstehung von Krebs fördern könnten, ist heute "vom Tisch".
Und wie können SIE Ihr Wachstumshormon vermehren?
Ganz einfach: durch regelmässigen Ausdauersport und durch Dinnercancelling! Weil Wachstumshormon, konkret das IGF-1, den Blutzuckerspiegel erhöht, führt eine Kalorienreduktion im Sinne von Dinnercancelling zur vermehrten HGH-Synthese.
HORMONSUBSTITUTION
Man geht davon aus, daß Probanden jeden Alters an einem Mangel an HGH leiden können. Nur wenn ein Mangel tatsächlich nachgewiesen wurde und wenn Lifestyle-Veränderungen nicht in der Lage sind, die HGH-Synthese ausreichend zu erhöhen, empfiehlt es sich, an eine zumindestens passagere HGH-Substitution zu denken.
Das SCHILDDRÜSENHORMON des Mannes
Das Schilddrüsenhormon nimmt unter allen Hormonen des Mannes eine Sonderstellung ein: es ist das einzige Hormon, bei dem es selbstverständlich zu sein scheint, einen diagnostizierten Mangel auszugleichen. Während die Substitution sämtlicher anderer Hormone beim Mann, vor allem aber der Sexualhomone, auch von großen Fachkreisen als "Einmischung in den natürlichen Alterungsprozess" bezeichnet wird, gilt es als Kunstfehler, einen Schilddrüsenhormonmangel nicht zu behandeln.
Ich möchte hier allerdings sehr deutlich dafür plädieren, JEDEN Hormonmangel als mögliche Ursache für ein vermindertes Wohlbefinden ernst zu nehmen und einen Ausgleich durch Hormonsubstitution in Betracht zu ziehen.
Klinische Vedeutung des Schilddrüsenhormons für den Mann
Für uns Männer spielt das Schilddrüsenhormon eine besondere Rolle. Denn ein Mangel, der meistens alternsbedingt ist, kann das Wohlbefinden empfindlich stören. Die wichtigsten Symptome sind Energieverlust, Gewichtszunahme und Lethargie. All diese Symptome können auch durch einen Testosteronmangel verursacht werden, daher muß beim Beschwerdebild des "Männlichen Wechsels" das SD-Hormon mit in die Diagnostik einbezogen werden.
(C)
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sinkt der Melatoninspiegel und die Bereitschaft des Organismus, auf Melatonin zu reagieren. Dies führt zu Schlafstörungen, beschleunigt den Alterungsprozess und durch die altersspezifische Entropie kommt es auch zur Entstehung von Krankheiten.
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