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Allergie

Was ist eine Allergie?

Die Allergie ist eine Neigung zur Überreaktion des Körpers: Das Immunsystem bildet Antikörper gegen Stoffe, die eigentlich gar nicht bekämpft werden müssten, da sie dem Körper nicht schaden. Bestimmte Körperzellen, die sogenannten Mastzellen, speichern eine Substanz mit dem Namen Histamin. Kommt es zu allergischen Reaktionen wie z. B. Heuschnupfen oder Nahrungsmittelallergie, setzen die Mastzellen große Mengen Histamin und andere Entzündungsfaktoren frei.

Wussten Sie es schon? - Jeder 3. Deutsche ist Allergiker!

Heuschnupfen 15%
Kontaktallergie 9%
Tierallergie 7%
Nahrungsmittelallergie 5%
Arzneimittelallergie 5%
Neurodermitis 4%
Insektengiftallergie 4%

Quelle: Ärzteverband Deutscher Allergologen e.V./Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie e.V .

 

Die allergische Reaktion kann sich je nach Art der Allergie durch ganz unterschiedliche Beschwerden bemerkbar machen:

Atemwege:
Juck- und Niesreiz in der Nase, Anschwellen der Nasenschleimhäute, vermehrte Sekretabsonderung (Schnupfen), asthmatische Beschwerden.

Augen:
Rötungen, Brenn- und Juckreiz sowie tränende Augen.

Haut:
Rötung, Bläschenbildung und Juckreiz, Schwellungen im Gesichts- und Mundbereich.

Magen-/Darmtrakt:
Übelkeit, Bauchschmerzen und Durchfall.

Außerdem können allgemeine Reaktionen wie generalisierter Juckreiz, Gelenkschmerzen und im schlimmsten Fall sogar ein Kreislaufzusammenbruch (anaphylaktischer Schock) auftreten.

 

Mögliche Allergieformen:

 

Heuschnupfen
Wer an einer Pollenallergie, auch Heuschnupfen genannt, leidet, reagiert auf den Kontakt mit Pollen von Gräsern, Sträuchern, Bäumen oder Getreide mit einer allergischen Entzündungsreaktion. Damit werden die schönen Jahreszeiten Frühling und Sommer für die Betroffenen zur Qual. Die Pollen fliegen verstärkt von März bis Oktober, zur Blütezeit der betreffenden Pflanzen, durch die Luft.

Typische Beschwerden bei Heuschnupfen
Ihr Arzt hat Ihre Beschwerden als Heuschnupfen diagnostiziert. Beim Heuschnupfen findet die allergische Reaktion meist überwiegend im Bereich Augen und Nase statt: heftige Juck-, Brenn- und Niesanfälle sind die Folge. Dies ist nicht nur unangenehm. Wenn man nicht rechtzeitig eingreift, kann die allergische Entzündungsreaktion auch zu chronischen Beschwerden führen oder sich sogar auf die tieferen Atemwege ausweiten, mit einem allergischen Bronchialasthma als Folge.

 

Nahrungsmittelallergie
Bei einer Nahrungsmittelallergie kann allein die Zusammensetzung eines bestimmten Lebensmittels den Organismus so irritieren, dass er mit einem heftigen Allergieschub darauf reagiert. Die meisten Allergien werden durch bestimmte Eiweißstoffe in Lebensmitteln verursacht. Dagegen sind die in Lebensmitteln enthaltenen Zusatzstoffe viel seltener Allergieauslöser, als allgemein angenommen. Fisch und Schalentiere, Hühnerei, Milch, Erdbeeren, Nüsse, Soja sowie Sellerie gehören übrigens zu den Spitzenreitern der allergenen Nahrungsmittel.

 

Nesselsucht (Urtikaria)
Die Nesselsucht ist keine eigene Allergieform, sondern eine Hauterkrankung, die u. a. durch eine allergische Reaktion verursacht werden kann. Typische Auslöser sind hier Nahrung-, Arzneimittel- und Insektengiftallergien.

 

Arzneimittelallergie
Auch Arzneimittel können allergische Reaktionen verursachen. Die bekanntesten Allergieauslöser sind hier Penicillin und andere Antibiotika. Doch auch bei Schmerzmitteln wie Acetylsalicylsäure oder Benzocain können Unverträglichkeits-Reaktionen auftreten.

 

Hausstaubmilben
Das eigentliche Allergen der Hausstaubmilbenallergie stammt aus dem Kot der im Hausstaub lebenden Milben. Die Hausstaubmilben sind mikroskopisch klein und daher mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen. Ihre Lieblingsaufenthaltsorte sind Federbetten, Polstermöbel, Matratzen, Teppichböden und Teppiche. Denn sie ernähren sich u. a. von menschlichen Hautschuppen und Schimmelpilzen. Hausstaubmilben haben nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Sie fühlen sich einfach überall dort wohl, wo es warm und feucht ist.

 

Insektengiftallergie
Kaum jemand würde sich freiwillig gerne von einem Insekt wie einer Wespe oder Biene stechen lassen. Doch was bereits für einen Nichtallergiker eine unangenehme Sache ist, kann für einen Insektengiftallergiker zur lebensbedrohlichen Gefahr werden.

 

Tierallergie
Die Bezeichnung "Tierhaarallergie" ist eigentlich nicht ganz richtig, da der Körper meist nicht gegen die Haare allergisch reagiert, sondern gegen Eiweiße aus Hautschuppen, Schweiß, Speichel, Urin oder Kot des Tieres. Typische Reaktionen einer Tierallergie sind allergischer Schnupfen, gerötete Augen, Nesselsucht und oft sogar asthmatische Beschwerden. Am häufigsten sind Allergien gegen Katzen und Hunde. Auch Allergien gegen Nagetiere wie Ratten, Mäuse, Meerschweinchen, Kaninchen oder Hamster sowie gegen Vögel, Pferde und Kühe kommen vor.

Wie bereits der Name sagt, wird diese Allergieform durch direkte Berührung des Allergens mit der Haut ausgelöst. Die wohl bekannteste Kontaktallergie ist die Nickelallergie. Bei ihr wird das Hautekzem durch Tragen von nickelhaltigem Modeschmuck, Jeansknöpfen und Piercingschmuck verursacht. Doch auch Duft- und Konservierungsstoffe in Kosmetika, Haarfärbemitteln, Reinigungsmitteln oder Färbestoffe in Bekleidungsmaterialien können zu einer Kontaktallergie führen.

 

 

Allergieformen

Pollenallergie
Nahrungsmittelallergie
Kreuzallergie
Nesselsucht (Urtikaria)
Arzneimittelallergie
Hausstaubmilbenallergie
Insektengiftallergie
Tierallergie
Kontaktallergie
Sonnenallergie

 

Pollenallergie:
Wer an einer Pollenallergie – auch Heuschnupfen genannt – leidet, reagiert auf den Kontakt mit Pollen von Gräsern, Sträuchern, Bäumen oder Getreide mit einer allergischen Entzündungsreaktion. Damit werden die schönen Jahreszeiten Frühling und Sommer für die Betroffenen zur Qual. Die Pollen fliegen verstärkt von März bis Oktober, zur Blütezeit der betreffenden Pflanzen, durch die Luft.

Typische Beschwerden bei Heuschnupfen
Ihr Arzt hat Ihre Beschwerden als Heuschnupfen diagnostiziert. Beim Heuschnupfen findet die allergische Reaktion meist überwiegend im Bereich Augen und Nase statt: Heftige Juck-, Brenn- und Niesanfälle sind die Folge. Dies ist nicht nur unangenehm. Wenn man nicht rechtzeitig eingreift, kann die allergische Entzündungsreaktion auch zu chronischen Beschwerden führen oder sich sogar auf die tieferen Atemwege ausweiten, mit einem allergischen Bronchialasthma als Folge.

Tipps zur Pollenvermeidung
Halten Sie bei sonnigem Wetter Türen sowie Fenster möglichst geschlossen. Ausgiebig sollten Sie Ihre Wohnung nur bei Regen oder feuchtem Wetter lüften. Während der Blütezeit Ihrer „Problempflanzen“ sollten Sie längere Aufenthalte im Freien vermeiden. Stimmen Sie, wenn möglich, Ihre Urlaubsplanung mit der Zeit ab, in der die allergieauslösenden Pollen fliegen. Fahren Sie in pollenarme Gegenden, wie z. B. auf Inseln, ans Meer oder ins Hochgebirge. Schlafen Sie nur bei geschlossenem Fenster.
Da sich tagsüber Pollen in Ihren Haaren festsetzen können, waschen Sie sie am besten abends, bevor Sie ins Bett gehen. Außerdem sollten Sie die getragene Straßenkleidung möglichst außerhalb des Schlafzimmers ablegen. Auch beim Autofahren heißt die Devise: Lüftung ausschalten und Fenster schließen. Wem’s dann zu stickig wird: Eine gute Alternative sind Klimaanlagen mit Pollenfilter (Fragen Sie Ihren Autohändler, ob sich ein Pollenfilter auch in Ihre normale Lüftung einbauen lässt.).
Pollenfalle Honig: Unverträgliche Pollen können auch in Honig enthalten sein.

 

Nahrungsmittelallergie:
Nahrungsmittelallergie (Nahrungsmittelunverträglichkeit)
Bei einer Nahrungsmittelallergie kann allein die Zusammensetzung eines bestimmten Lebensmittels den Organismus so irritieren, dass er mit einem heftigen Allergieschub darauf reagiert. Die meisten Allergien werden durch bestimmte Eiweißstoffe in Lebensmitteln verursacht. Dagegen sind die in Lebensmitteln enthaltenen Zusatzstoffe viel seltener Allergieauslöser als allgemein angenommen. Fisch und Schalentiere, Hühnerei, Milch, Erdbeeren, Nüsse, Soja sowie Sellerie gehören übrigens zu den Spitzenreitern der allergenen Nahrungsmittel.

Typische Beschwerden bei Nahrungsmittelallergie
Ihr Arzt hat Ihre Beschwerden als Nahrungsmittelallergie diagnostiziert. Häufig beginnt die allergische Reaktion mit Juckreiz und Schwellungen im Mundbereich, Atemnot kann folgen. Oft fühlt man sich auch, als hätte man etwas Verdorbenes gegessen: Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall sind häufige Beschwerden. Aber auch Hautreaktionen, Atembeschwerden, Jucken im Hals oder Aphthen (wunde Stellen im Mund) können im Rahmen einer allergischen Reaktion auf Nahrungsmittel auftreten.

Tipps bei Nahrungsmittelallergie
Streichen Sie die allergieauslösenden Nahrungsmittel und Gewürze konsequent von Ihrem Speiseplan. Häufig sind die allergieauslösenden Eiweißstoffe nicht hitzestabil, so dass das Allergen durch Kochen oder Braten zerstört werden kann.
Einkaufen mit Durchblick: Lesen Sie sich im Supermarkt immer genau die Zutatenliste der Lebensmittel durch. Sorgen Sie generell dafür, dass Sie mehr natürliche Nahrungsmittel und weniger industriell gefertigte essen.
Baby-Tipp für Allergiker-Eltern: Als guter Allergieschutz hat sich möglichst langes Stillen erwiesen. Denn selbst wenn nur ein Elternteil Allergiker ist, ist das Baby schon hochgradig allergiegefährdet.
Von den Nahrungsmittelallergien abzugrenzen sind die nicht immunologisch vermittelten Reaktionen wie etwa die Lactose-Intoleranz, die auf einem Mangel des milchzuckerspaltenden Enzyms Lactase beruht. Ein weiteres Beispiel ist die so genannte „Pseudoallergie“. Sie wird durch Nahrungsmittel ausgelöst, die direkt Histamin freisetzen (häufig Zusatzstoffe) oder selbst einen hohen Histamingehalt aufweisen (z. B. Fischkonserven).

 

Kreuzallergie:
Pollenallergiker reagieren häufig auch auf bestimmte Nahrungsmittel. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um eine weitere Allergie, sondern um die Folge einer bereits vorhandenen Pollenallergie.

Kreuzreaktionen zwischen Pollen und Nahrungsmitteln
Bei einer bestehenden Pollenallergie mit Birkenpollen können mögliche Kreuzallergien auftreten mit: Haselnuss, Apfel, Pfirscih, Kirsche, Karotte, Anis, Curry. Bei Gräserpollen mit Erdnuss, Soja, Melone und Tomate. Und beim Beispiel Beifußpollen mit Sellerie, Karotte, Kamille, Kümmel, Anis, Paprika, Pfefferminze und Curry.
Eine Kreuzallergie ist eine zusätzliche allergische Reaktion des Körpers bei bereits bestehender Allergie auf bestimmte Allergene (z.B. Blütenpollen). Dabei kann das Immunsystem nicht zwischen den Eiweißstrukturen des eigentlichen Allergens und denen der Nahrungsmittel unterscheiden. Eine der bekanntesten Kreuzallergien ist die zwischen Birkenpollen und Apfel. Die Eiweißstoffe des Apfels besitzen eine ähnliche Struktur wie die der Birkenpollen. Dadurch erkennt das Immunsystem eines Birkenpollen-Allergikers die Eiweißstoffe eines Apfels als Allergene und reagiert mit den typischen Symptomen.

 

Nesselsucht:
Nesselsucht (Urtikaria)
Die Nesselsucht ist keine eigene Allergieform, sondern eine Hauterkrankung, die u. a. durch eine allergische Reaktion verursacht werden kann. Typische Auslöser sind hier Nahrungsmittel-, Arzneimittel- und Insektengiftallergien.

Typische Beschwerden bei Nesselsucht
Ihr Arzt hat bei Ihnen eine Nesselsucht festgestellt. In den meisten Fällen tritt ein starker Hautausschlag mit Quaddeln und starkem Juckreiz auf. Die Haut sieht aus, als hätte man Kontakt mit Brennnesseln gehabt. Der Berührung mit einer Brennnessel liegt jedoch keine allergische Reaktion zugrunde.

 

Arzneimittelallergie:
Arzneimittelallergie (Arzneimittelexanthem)
Auch Arzneimittel können allergische Reaktionen verursachen. Die bekanntesten Allergieauslöser sind hier Penicillin und andere Antibiotika. Doch auch bei Schmerzmitteln wie Acetylsalicylsäure oder Benzocain können Unverträglichkeitsreaktionen auftreten.

Typische Beschwerden bei Arzneimittelallergie
Eine ärztlich diagnostizierte Arzneimittelallergie äußert sich meist durch Nesselsucht (siehe auch Seite 14). Am Körper bilden sich rötliche, stark juckende Quaddeln. Achtung: Bei jeder Einnahme des allergieauslösenden Medikaments verschärft sich die Symptomatik. Im schlimmsten Fall kann es zu einem lebensgefährlichen Allergieschock kommen.

Tipps bei Arzneimittelallergie
Lassen Sie sich unbedingt vom Arzt einen Allergie-Pass ausstellen und tragen Sie ihn immer bei sich. Schließlich kann es passieren, dass Sie einen Unfall haben und keine Auskunft geben können. Als Arzneimittel-Allergiker müssen Sie bei Arztbesuchen Geduld mitbringen: Es kann länger dauern, ein geeignetes Medikament für Sie zu finden, das Ihnen hilft und keine Allergien auslöst.

 

Hausstaubmilbenallergie:
Das eigentliche Allergen der Hausstaubmilbenallergie stammt aus dem Kot der im Hausstaub lebenden Milben. Die Hausstaubmilben sind mikroskopisch klein und daher mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen. Ihre Lieblingsaufenthaltsorte sind Federbetten, Polstermöbel, Matratzen, Teppichböden und Teppiche. Denn sie ernähren sich u. a. von menschlichen Hautschuppen und Schimmelpilzen. Hausstaubmilben haben nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Sie fühlen sich einfach überall dort wohl, wo es warm und feucht ist.

Typische Beschwerden bei Hausstaubmilbenallergie
Ihr Arzt hat bei Ihnen eine Hausstaubmilbenallergie diagnostiziert. Sie äußert sich vornehmlich in Beschwerden wie allergischem Schnupfen und allergischem Asthma. Auch eine allergische Bindehautentzündung kann vorkommen. Typisch sind ganzjährige Beschwerden, die besonders nachts und morgens nach dem Aufstehen verstärkt auftreten.

Tipps für Hausstaubmilben-Allergiker
Sorgen Sie für ein kühles und trockenes Klima im Schlafzimmer. Bettbezüge und Bettdecken sollten regelmäßig gewaschen werden. Matratzen und Oberbetten können mit milbendichten Überzügen versehen werden. Ersetzen Sie Ihr Bettzeug aus Daunen, Wolle, Pferdehaar etc. nach Möglichkeit durch synthetische Materialien. Am besten, Sie sorgen auch in allen Wohnräumen für eine niedrige Luftfeuchtigkeit und lüften regelmäßig gründlich durch. Vermeiden Sie Staubfänger wie Trockenblumen und Plüschtiere. Ihre Kinder lieben Kuscheltiere? Milben auch. Deshalb sollten Sie sie ab und zu 1–2 Tage lang in die Tiefkühltruhe legen und anschließend mechanisch reinigen. Für alle, die gern Staub aufwirbeln: Benutzen Sie beim Staubwischen lieber ein feuchtes Tuch.

Besorgen Sie sich einen Staubsauger mit Mikrofilter. Wählen Sie nur kurzflorige Teppiche oder wischbare Bodenbeläge. Übrigens: In Regionen über 1.200 Metern kommen praktisch keine Milben mehr vor. Urlaub im Hochgebirge ist daher für Hausstaubmilben-Allergiker ideal.

 

Insektengiftallergie:

Kaum jemand würde sich freiwillig gerne von einem Insekt wie einer Wespe oder Biene stechen lassen. Doch was bereits für einen Nichtallergiker eine unangenehme Sache ist, kann für einen Insektengiftallergiker zur lebensbedrohlichen Gefahr werden.

Typische Beschwerden bei Insektengiftallergie
Ihr Arzt hat bei Ihnen eine Insektengiftallergie festgestellt. Bei Menschen mit Insektengiftallergie zeigt sich häufig eine starke Lokalreaktion in Form von großen Quaddeln an der Stichstelle. Aber auch Nesselsucht, die sich über den ganzen Körper ausbreiten kann, Asthmaanfälle und sogar ein lebensgefährlicher allergischer Schock können zum Beschwerdenspektrum einer Insektengiftallergie gehören.

Tipps bei Insektengiftallergie
Bei einer Insektengiftallergie zeigt sich die allergische Reaktion oft schon nach wenigen Sekunden bis Minuten nach dem Stich. Bei schweren Reaktionen mit Atemnot, Übelkeit, Erbrechen, Blutdruckabfall und Bewusstlosigkeit muss unverzüglich ein Notarzt gerufen werden. Auch bei weniger starken Beschwerden sollten Insektengiftallergiker nach jedem Stich vorsichtshalber einen Arzt aufsuchen. Insekten werden von Duftstoffen angezogen. Gehen Sie deshalb im Sommer sparsam mit Parfüm, Haarspray, Rasierwasser und anderen parfümierten Kosmetikprodukten um.

Laufen Sie niemals barfuß über Rasen oder Wiesen, denn Bienen lieben Klee, und viele Wespen leben im Boden. Der Modetrend für Allergiker: Meiden Sie weite, fliegende Kleidung, in der sich Insekten leicht verfangen können und dann besonders angriffslustig werden. Auch nicht angesagt im Sommer: grelle Farben, da Bienen und Wespen sie sehr anziehend finden.

Sicher ist sicher: Lassen Sie sich von Ihrem Arzt ein Notfallset mit antiallergischen Medikamenten verschreiben. Als Erste-Hilfe-Maßnahme, bis der Notarzt kommt.

 

Tierallergie:
Die Bezeichnung „Tierhaarallergie“ ist eigentlich nicht ganz richtig, da der Körper meist nicht gegen die Haare allergisch reagiert, sondern gegen Eiweiße aus Hautschuppen, Schweiß, Speichel, Urin oder Kot des Tieres. Typische Reaktionen einer Tierallergie sind allergischer Schnupfen, gerötete Augen, Nesselsucht und oft sogar asthmatische Beschwerden. Am häufigsten sind Allergien gegen Katzen und Hunde. Auch Allergien gegen Nagetiere wie Ratten, Mäuse, Meerschweinchen, Kaninchen oder Hamster sowie gegen Vögel, Pferde und Kühe kommen vor.
Spitzenreiter in Europa ist die Katzenhaarallergie: Das Hauptallergen der Katzen ist äußerst stabil und lange schwebfähig. Es lässt sich bis zu 2 Jahre nach Haltung einer Hauskatze nachweisen. Über Kleidung und Schuhe können Katzenallergene weiterverbreitet werden. Sie kommen sogar in Wohungen vor, in denen nie eine Katze gehalten wurde. Allerdings geben nicht alle Katzenrassen die gleichen Mengen des Allergens ab. Katzenallergiker reagieren daher nicht bei jeder Rasse gleich stark. Auch von Hunden ist bekannt, dass das Sensibilisierungsrisiko von der Rasse abhängt.

Tipps für Tierallergiker
Verzichten Sie auf Tierhaltung bzw. halten Sie wenigstens die Schlaf- und Kinderzimmer tierfrei und reinigen Sie die Wohnung so oft wie möglich mit einem geeigneten Staubsauger.
Waschen Sie nach Tierkontakt Ihre Hände.
Teppiche, Polstermöbel, Matratzen und Kleidung können Rosshaar enthalten. Wenn Sie eine Allergie gegen Pferdehaar haben, sollten Sie solche Gegenstände aus Ihrer Umgebung entfernen.

In Situationen, in denen sich der Kontakt mit den Allergenen nicht vermeiden lässt (z. B. Besuch bei Tierbesitzern oder berufliche Gründe), sollten Sie entsprechende Medikamente bereithalten.

 

Kontaktallergie:
Wie bereits der Name sagt, wird diese Allergieform durch direkte Berührung des Allergens mit der Haut ausgelöst. Die wohl bekannteste Kontaktallergie ist die Nickelallergie. Bei ihr wird das Hautekzem durch Tragen von nickelhaltigem Modeschmuck, Jeansknöpfen und Piercing-Schmuck verursacht. Doch auch Duft- und Konservierungsstoffe in Kosmetika, Haarfärbemitteln, Reinigungsmitteln oder Färbestoffe in Bekleidungsmaterialien können zu einer Kontaktallergie führen.

Typische Beschwerden bei Kontaktallergie
Ihr Arzt hat Ihre Beschwerden als Kontaktallergie diagnostiziert. Bei dieser Allergieform treten an den betreffenden Hautstellen, die unmittelbar mit dem Allergen in Berührung gekommen sind, meist Rötungen, Schwellungen und juckende Bläschen auf. Bei ständigem Kontakt mit dem Allergen kann sich ein chronisches Hautekzem mit entzündlichen Hautverdickungen, starker Verhornung und Schuppenbildung entwickeln.

Tipp bei Kontaktallergie
I
st der allergieauslösende Stoff ermittelt, hilft nur seine konsequente Meidung.

 

Sonnenallergie:
Die Sonne hat auch ihre Schattenseiten: Die Strahlen können allergische Reaktionen auslösen.

Typische Sonnenallergie-Beschwerden
Ihr Arzt hat bei Ihnen eine Sonnenallergie diagnostiziert. Rötungen, Schwellungen und Quaddelbildung auf der Haut sind typische Erscheinungsformen. Außerdem kann es zu kleinen stark juckenden Bläschen kommen.

Tipps für Sonnenallergiker
Gewöhnen Sie Ihre Haut vorsichtig an die Sonne, indem Sie nur allmählich Ihre Aufenthaltsdauer in der Sonne steigern.
Verwenden Sie Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor, am besten mit kombiniertem UV-A- und UV-B-Schutz (mindestens Schutzfaktor 12).
Verzichten Sie beim Sonnenbad auf Parfüm, Deo und Kosmetika.
Falls es doch zu allergischen Hautausschlägen kommt: Gehen Sie sofort in den Schatten und suchen Sie in schweren Fällen unbedingt einen Arzt auf.

 

 

Heuschnupfen-Informationen - Heuschnupfen an erster Stelle

 

Allergien sind ein weit verbreitetes Leiden, man schätzt, dass etwa 20 bis 30 Prozent (Quelle: Onmedia) der Bevölkerung auf den einen oder anderen Stoff allergisch reagiert. Der Deutsche Allergie und Asthmabund (DAAB) schätzt, dass etwa 20.000 Substanzen als Allergene bekannt sind. Einige Allergien sind sehr selten, andere, wie Lebensmittelallergien oder Nickelallergien, kommen häufiger vor. Die häufigste Allergieform ist die Pollenallergie, der Heuschnupfen, der etwa 16 Prozent der Bevölkerung regelmäßig während der Pollenflugsaison die Tränen in die Augen treibt, Niesattacken auslöst oder sogar zu Asthmaanfällen führen kann.

Wer an einer Pollenallergie, auch Heuschnupfen genannt, leidet, reagiert auf den Kontakt mit Pollen von Gräsern, Sträuchern, Bäumen oder Getreide mit einer allergischen Entzündungsreaktion. Damit werden die schönen Jahreszeiten Frühling und Sommer für die Betroffenen zur Qual, denn die Pollen fliegen verstärkt von März bis Oktober, zur Blütezeit der betreffenden Pflanzen, durch die Luft. Eine aktuelle Pollenvorhersage gibt’s auch im Internet unter http://www.pollenflug.de und http://www.dwd.de.

Von der Natur raffiniert eingerichtet, um möglichst viele artgleiche Pflanzen befruchten zu können, belastet der Pollenflug die Allergiker vor allem beim Sport an der frischen Luft. Eine einzelne Roggenähre verstreut beispielsweise über vier Millionen Pollen. Die mikroskopisch kleinen Partikel dringen durch die Atemwege ein und setzen sich auf den Schleimhäuten fest. Was für Nicht-Allergiker ungefährlich ist, führt bei Allergikern zu einer Überempfindlichkeit auf den an sich ungefährlichen und nicht reizenden Stoff, und das Immunsystem beginnt die Eindringlinge zu bekämpfen.

Die Pollenzeit dauert von Januar bis Oktober. Den Anfang machen die so genannten „Frühblüher“, die Baumpollen Erle, Birke und Hasel. Getreide und Gräser haben ihre Hochsaison im Sommer und die Kräuterpollen fliegen vom Spätsommer bis in den Herbst.

 

 

Telefonische Pollenflugvorhersage:

Baden-Württemberg: (09001) 11548093
Bayern: (09001) 11548094
Berlin/Brandenburg: (09001) 11548087
Hamburg: (09001) 11548082
Hessen: (09001) 11548086
Mecklenburg-Vorpommern: (09001) 11548084
Niedersachsen/Bremen: (09001) 11548083
Nordrhein-Westfalen: (09001) 11548085
Rheinland-Pfalz: (09001) 11548092
Saarland: (09001) 11548091
Sachsen: (09001) 11548090
Sachsen-Anhalt: (09001) 11548088
Schleswig-Holstein: (09001) 11548081
Thüringen: (09001) 11548089

 

Gefahr erkannt - Gefahr gebannt!
Eine der wichtigsten Regeln beim Umgang mit der Allergie ist es, den Kontakt zum Allergie auslösenden Stoff zu vermeiden. Doch dazu muss man den Feind erst einmal kennen. Ein Allergietest beim Arzt gibt Aufschluss. Damit der Arzt beim Allergietest nicht vollkommen im Dunkeln tastet, ist es wichtig, ihm zunächst seine Selbstbeobachtung mitzuteilen.
Ist die allergische Reaktion zum Beispiel nach einem Spaziergang über eine blühende Wiese aufgetreten? Fing das Niesen an, nachdem man die Katze des Nachbarn gestreichelt hat oder vielleicht nach dem Verzehr eines Apfels, einer Kiwi oder Erdbeere?

Bei den meisten Allergietests wird der Arzt „verdächtige“ Stoffe in kleiner Dosierung auf die Haut tropfen. Dazu ritzt er die Haut leicht an – keine Angst, das tut nicht besonders weh. Nach etwa einer halben Stunde sind die unverträglichen Stoffe entlarvt. Dort, wo ein Stoff aufgetragen wurde, der nicht vertragen wird, rötet sich nämlich die Haut.

 

Rechtzeitig richtig behandeln
Stellen sich bestimmte Blütenpollen oder Hausstaub als Übeltäter heraus, ist die Vermeidungsstrategie gar nicht so einfach. Blütenpollen wirbeln nun einmal ab dem Frühjahr durch die Luft und Hausstaubmilben finden sich auch im saubersten Haushalt. Neben der Vermeidung des Allergens gibt es jedoch auch medikamentöse Hilfe für Allergiegeplagte Zeitgenossen. Einige Medikamente fangen das Histamin ab, das das Immunsystem bei Kontakt mit dem Allergen in großen Mengen freisetzt, und schwächen so die allergische Reaktion deutlich ab. Das heißt: deutlich weniger Juckreiz in Augen und Nase, kein quälendes Kribbeln an den Schleimhäuten und Schluss mit den lästigen Niesattacken. Diese Mittel können vorbeugend und im akuten Fall angewendet werden. und können vom Arzt verschrieben werden und sind auch ohne Rezept in der Apotheke erhältlich.

Nur zur Vorbeugung allergischer Reaktionen wird der Wirkstoff Cromoglicinsäure eingesetzt. Es gibt ihn zum Beispiel als Augen- oder Nasentropfen. Wird das Mittel regelmäßig angewendet, verlaufen allergische Reaktionen milder, denn Cromoglicin stabilisiert die Zellen, die das Histamin freisetzen. Und weniger Histamin heißt weniger allergische Symptome. Zur akuten Behandlung eignet sich Cromoglicin allerdings nicht. Bei schweren entzündlichen Reaktionen, wie allergischem Asthma, kommen Kortisonpräparate zum Einsatz. Sie wirken sehr rasch auf alle allergischen Symptome, was bei schweren Reaktionen lebenswichtig sein kann. Wer unter allergischem Schnupfen leidet und im Akutfall eine sofortige Behebung der Symptome benötigt, kann ein Kortisonhaltiges Nasenspray verwenden. Ein solches Nasenspray sollte nur über einen kurzen Zeitraum angewendet werden.

 

Pollenfreier Urlaub - Erholung von der Allergie:
Urlaub zu machen kann für Heuschnupfen-Geplagte ein Weg sein, dem heimischen Pollenflug zu entgehen. Da ist es wichtig, pollenarme oder gar pollenfreie Ziele anzusteuern, damit man wenigstens im Urlaub mal wieder tief durchatmen kann. Wer zwischen März und Oktober, also in der Hauptpollensaison verreist, wird sich im Hochgebirge ab 1.500 Metern wohl fühlen. Hier ist die Pollenbelastung deutlich geringer als im Flachland oder in den Mittelgebirgen. Der Deutsche Alpenverein (DAV) hat extra für Allergiker die sechs schönsten Gebirgswandertouren zusammengestellt („Hüttenwandern für Allergiker“).

Auch die Nord- und Ostfriesischen Inseln gelten als weitgehend „pollensicher“. Besonders wenn der Wind von der Seeseite her weht, ist die reine, frische Luft zu spüren. Bei Landwind ist ein wenig Vorsicht geboten, da können immer ein paar Pollen vom Festland hinüber auf die Inseln geweht werden. Wer ganz sicher vor Pollenflug sein will, gönnt sich eine Kreuzfahrt auf hoher See. Hier ist die Luft wirklich pollenfrei. Das pollenarme Urlaubsziel ist aber nur der halbe Weg. Vor Ort sollte man sich eine möglichst allergiearme Unterkunft suchen. In fast jeder Urlaubsregion gibt es Allergiker-freundliche Hotels. In der Regel zeichnen sich diese Häuser dadurch aus, dass zum Beispiel Haustiere keinen Zutritt haben, Nichtraucherzimmer vorhanden sind, die Zimmer nicht mit Teppichböden, sondern mit wischbaren Bodenbelägen ausgestattet sind und auch die Wände keine „Nistplätze“ für Schimmelpilzsporen bieten, sondern glatt gestrichen sind.

In vielen Häusern kann man eine spezielle Diät absprechen, so dass sich auch Lebensmittel-Allergiker stressfrei erholen können. Man sollte auch klären, ob die Matratzen mit speziellen milbendichten Bezügen ausgestattet sind oder notfalls eigene Bezüge mitbringen. Wenn eine passende Unterkunft in der Allergiker-freundlichen Wunschregion gefunden ist, steht der guten Erholung nichts mehr im Wege.

 

Sport - der Allergie zum Trotz - Auf die Plätze, fertig, los!
Die Augen jucken und tränen, die Nase läuft und der Mund kribbelt: Neben Joggern, Radlern und Inline-Skatern sind ab dem Frühjahr oder in milden Wintern wieder die allergieauslösenden Pollen unterwegs und verderben circa zwölf Millionen Heuschnupfen-Geplagten in Deutschland den Spaß an der frischen Luft. Viele Pollenallergiker meiden daher nicht nur den Aufenthalt im Freien, sondern verzichten auch ganz auf Sport und das sogar lange Zeit mit ärztlichem Segen. Wurde Allergikern jahrzehntelang zu einem bewegungsarmen Leben geraten, um den Körper nicht zusätzlich zu belasten, sind sich die Experten heute jedoch einig:

Kein Allergiker sollte auf Sport verzichten – im Gegenteil, Sport ist ein absolutes Muss, denn:

Die Lungentätigkeit wird angeregt Das Herz-Kreislauf-System wird gestärkt Die Durchblutung wird verbessert und so die Konzentration gesteigert Das Immunsystem wird gestärkt und damit der Körper belastbarer Übergewicht und Gelenkbeschwerden wird vorgebeugt Eine verbesserte Fitness hilft den Alltag leichter zu meistern. Auch wenn das oberste Gebot für Heuschnupfen-Patienten lautet, Allergene zu meiden, müssen sie nicht dem Sport an der frischen Luft entsagen. Werden ein paar Hinweise beachtet und die Signale des Körpers richtig gedeutet, steht der körperlichen Betätigung nichts im Wege.

Hier stellen wir Ihnen geeignete Sportarten für Pollen Allergiker vor und geben nützliche Tipps, worauf zu achten ist.

Joggen - ist der Klassiker unter den Ausdauersportarten
Wo: Auf ebenen Strecken, ideal am Flussufer
Ausrüstung: Joggingschuhe, atmungsaktive Sportbekleidung, Brille, Mütze
Vorteil: Schwierigkeitsgrad kann leicht gesteigert werden, Strecken können variiert werden
Allergiker-Tipp: Bei Problemen durch Allergie-Symptome kann jederzeit auf kräftesparendes Walken umgestellt werden

 

Radfahren - Der „Drahtesel“ liegt wieder voll im Trend
Wo: Je nach Fitnesslevel überall, ideal in den Bergen
Ausrüstung: Fahrrad (Mountainbike, Rennrad), feste Schuhe, Sportbekleidung, Brille, Mütze
Vorteil: Für Sport-Anfänger geeignet, kann z. B. als Tagesausflug geplant werden
Allergiker-Tipp: Eng anliegende (Sonnen-)Brille vermeidet den Kontakt der Pollen mit den Augen, Kappe schützt vor Pollen in den Haaren

 

Schwimmen schont Rücken und Gelenke
Wo: In Schwimmbädern, Seen und im Meer
Ausrüstung: Badeanzug/Badehose, Schwimmbrille
Vorteil: Schwimmen ist besonders rückenfreundlich und schont Gelenke und Bänder
Allergiker-Tipp: Das Training kann bei hoher Pollenbelastung oder schlechtem Wetter in die Schwimmhalle verlegt werden

 

Aquafitness - Gymnastik im Wasser ist weniger anstrengend als an Land
Wo: In Schwimmbädern, Seen und im Meer
Ausrüstung: Badeanzug/Badehose, Schwimmgurt
Vorteil: Gut geeignet für Menschen mit Übergewicht und Gelenkproblemen
Allergiker-Tipp: Kopf dicht über der Wasseroberfläche halten, hier ist das Klima ideal für heuschnupfengeplagte Atemwege

 

 

Heuschnupfen-Kinder - Allergien sind alterslos

Auch bei Kindern, ja sogar Säuglingen, nimmt die Allergiehäufigkeit zu. Etwa jedes sechste Kind reagiert heute allergisch auf Baum-, Kräuter- oder Gräserpollen. Während Säuglinge vor allem auf Kuhmilch und Hühnereiweiß allergisch reagieren und als Folge unter Bauchschmerzen, chronischen Durchfällen, Gedeihstörungen oder Neurodermitis leiden, gelten bei Klein- und Schulkindern Katzenhaare oder Hausstaubmilben als häufigste Auslöser. Bei Jugendlichen steht der Heuschnupfen im Vordergrund. Eine Allergie ist jedoch grundsätzlich alterslos. Bereits im Mutterleib kann ein Kind spezifische Antikörper bilden, die dann zu der Sensibilisierung gegen das Allergen führen.

Die Symptome einer Allergie sind bei Kindern und Jugendlichen in der Regel dieselben wie bei Erwachsenen, also geschwollene und entzündete Augenlider, Schniefnase (bei Heuschnupfen) oder verstopfte Nase (eher bei Hausstauballergie). Allerdings ist bei kleinen Kindern häufig auch die Haut betroffen und reagiert mit Nesselausschlag, Ekzemen und Neurodermitis auf das Allergen.

Durch Neurodermitis verursachte Hautveränderungen beginnen meistens auf dem Kopf und im Gesicht. Sie breiten sich in der Regel über den Hals, die Arme und Beine aus und sind mit einem starken Juckreiz verbunden. Die Ursachen sind noch nicht genau bekannt, man vermutet jedoch, dass eine erbliche Veranlagung für die Überempfindlichkeit der Haut mitverantwortlich ist. Unter anderem können psychische Faktoren, bestimmte Nahrungsmittel, Wasch- oder Pflegemittel die Krankheit verschlimmern. Zunächst muss der Juckreiz behandelt werden, z. B. mit fettenden Salben oder Ölbädern. Zusätzlich lindern entzündungshemmende Medikamente den Juckreiz.

Auch beim Heuschnupfen ist eine frühzeitige Behandlung wichtig, um die Gefahr einer Chronifizierung hin zum allergischen Asthma zu minimieren. Die üblichen Vorsichtsmaßnahmen für Erwachsene gelten auch für Heuschnupfen-Kinder. So sind während der Pollensaison Waldspaziergänge für Kinder mit Heuschnupfen oft weniger belastend als Spaziergänge über Wiesen und durch Parks. Schicken Sie Ihr Kind ruhig bei Nieselwetter zum Spielen nach draußen. Da fliegen keine Pollen und gegen die feuchte Witterung kann man sich anziehen – und durch Pfützen zu springen macht vielen Kindern ohnehin großen Spaß. Das allergiekranke Kind sollte außerdem lernen, seine spezifischen Allergieauslöser zu kennen und diese, soweit möglich, beim Essen selbständig zu meiden.

Wer das Selbstwertgefühl seines Kindes stärkt, hilft dem Kind auch in Bezug auf die Allergie. Es reagiert gelassener auf psychische Stresssituationen, die eine allergische Reaktion verstärken können.

 

Auch die Gene spielen eine Rolle
Die Neigung zu Allergien liegt leider auch in der Familie. Aber: Allergiekranke Eltern müssen nicht unbedingt ein allergiekrankes Kind bekommen. Wer von Anfang an für eine allergenarme Umgebung sorgt, kann dadurch sein Kind gut vor dem Ausbruch allergischer Erkrankungen schützen. Dennoch sollten die Kinder nicht in Watte gepackt werden. Ihr Immunsystem sollte stattdessen durch die Begegnung mit Keimen gestärkt werden. Wer als Kind viele „banale“ Infekte durchmacht, stärkt sein Immunsystem durch die Bildung von Infekt-Antikörpern.

Vertreter der "Schmuddelhypothese“ sprechen davon, dass damit das Immunsystem mit vernünftigen Aufgaben beschäftigt ist und nicht auf die unsinnige Idee kommt, Antikörper gegen eigentlich völlig harmlose Allergene zu bilden.

 

 

Nützliche Adressen für Allergiker

 

Der wichtigste Allergie-Ansprechpartner ist natürlich Ihr Arzt. Doch auch in Ihrer Apotheke erhalten Sie neben Arzneimitteln eine kompetente Beratung zum Thema Allergien. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Verbänden und Interessengemeinschaften, bei denen Sie zusätzliches Infomaterial anfordern können.

Allgemein:

Deutscher Allergie- und Asthmabund e. V. (DAAB)
Fliethstraße 114, 41061 Mönchengladbach
eratungstelefon: (02161) 814940
Hotline für Polleninformationen: (02161) 10207
Dienstag bis Donnerstag, 09.30–12.30 Uhr
www.daab.de, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.

 

Deutsche Haut- und Allergiehilfe e.V.
Gotenstr. 164
53175 Bonn
Tel.: 02 28/36 7910
http://www.dha-allergien.de

 

Deutsche Hilfsorganisation Allergie+Asthma e.V.
Bonusstr. 32
21079 Hamburg
Tel.: 0 40/7 6313 22

 

Patientenliga Atemwegserkrankungen e.V.
Wormser Str. 81
55276 Oppenheim
Tel.: 0 6133/35 43
http://www.patientenliga-atemwegserkrankungen.de

 

Jugendliche/Kinder:

Arbeitsgemeinschaft Allergiekrankes Kind (AAK) e.V.
Hauptstr. 29
35745 Herborn
Tel.: 0 27 72/9 28 70
http://www.aak.de

 

Allergie und Jugend/Berufsfindung
Reinhard Voges
Dorfplatz 7
38304 Wolfenbüttel
Tel.: 0 53 31/5211

 

http://www.kinderaerzteimnetz.de
Der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte hat unter dem Stichwort „Krankheit“, „Allergien“ jede Menge Informationen speziell zum Themenbereich „Allergien im Kindesalter“ zusammengestellt

 

http://www.pina-infoline.de
Ebenfalls zum Thema Kinder und Allergien finden sich umfassende Informationen auf den Seiten des Präventions- und Informationsnetzwerkes Allergie/Asthma e.V. (Pina e. V.)

 

 

Literatur:

Den aktuellen Wissensstand der Allergologie haben die wissenschaftlichen Fachgesellschaften, die Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) sowie der Ärzteverband Deutscher Allergologen (ÄDA) und die Deutsche Akademie für Allergologie und Umweltmedizin (DAAU) in dem "Weißbuch Allergie in Deutschland" zusammengestellt: „Weißbuch Allergie in Deutschland“, 2., aktualisierte und erweiterte Auflage, 336 Seiten, zahlreiche Abbildungen und Tabellen, erschienen im Verlag Urban & Vogel, ISBN 3-89935-182-7

 

Als Handbuch für Patienten versteht sich das Buch:

„Allergien und Asthma – die 111 häufigsten Fragen“, erschienen im Trias Verlag. Das Buch kann über den Buchhandel oder direkt beim Deutschen Allergie- und Asthmabund, DAAB bestellt werden (Euro 12,95).

 

Ein Nachschlagwerk für allergologische Probleme mit Beschreibungen der Immunologie allergischer Krankheiten, Diagnostik, Prävention und Behandlungsmöglichkeiten,
ist das Buch: „Allergie – was tun?“ von E. Fuchs, erschienen im Seehamer Verlag

 

Im Februar 2006 erschien „Das große Allergie-Lexikon“ von Annette Sabersky im Urania Verlag.

 

 

Pollen Allergie

Winter verkehrt: Statt knackiger Kälte gibt es Wind, Monsun-Regen und Dauerplus. Bereits der Januar war drei bis vier Grad zu warm. Wer immer noch nicht an den Klimawandel glaubt, braucht nur einen der 12 Millionen Pollen-Allergiker zu fragen: Ihr Leid fangt nicht nur früher an, es dauert auch länger. Die USA-Experten verraten, warum Niesreiz und Fließschnupfen nicht nur lästig, sondern gefährlich sind, was Sie selbst tun können und wie der Arzt helfen kann.

 

Zuverlässige Akuthilfe
Heuschnupfen ist nicht harmlos. Die ständige Entzündung kann zur Verdickung der Nasenschleimhaut führen. Die Folgen: Dauerschnupfen, Schnarchen, Schlafstörungen. „Außerdem kann die Überempfindlichkeit die Lunge erfassen", warnt Prof. Thomas Werfel von der MHH (Medizinischen Hochschule Hannover). „Am Ende des 'Etagenwechsels' droht Asthma - Todesursache bei 2.000 Deutschen jährlich!"

Dank neuer Medikamente, die nicht mehr die Blut-Hirnschranke überwinden, ist die Behandlung lästiger Symptome viel „müheloser" geworden. An erster Stelle steht die lokale Behandlung mit antiallergisch wirkenden Augentropfen, Nasensprays und Lungen-Aerosolen mit modernen H1-Antihistaminika. Die Medikamente, die es auch als Tabletten gibt, blockieren His-tamin, jenen körpereigenen Botenstoff, der für Juckreiz, Aktivierung der Schleimhaut und Verkrampfen der Bronchien verantwortlich ist. Besonders in pollenflug-reichen Zeiten oder bei starken Überempfindlichkeiten geht es in der Regel nicht ohne Kortison. Doch keine Angst: Dank lokaler Anwendung wird das moderne Kortikoid nur minimal in die Blutbahn aufgenommen. Nebenwirkungen sind daher selten.

 

Impfung & Tropfen
„Besser als jede noch so gute Symptom-Unterdrückung ist die Heilung - und zwar per Allergie-Impfung", sagt Dr. Stefan Espenschied von der Hals-, Nasen-, Ohrenklinik des Städtischen Klinikums Karlsruhe. „Die spezifische Immuntherapie - kurz SIT - beruhigt am besten das körpereigene, überaktive Immunsystem!" Behandlung der ersten Wahl seit vielen Jahren: die Spritzentherapie. Durch die ansteigende Konfrontation mit dem allergieauslösenden Stoff beginnt der Körper, vermehrt Zellen zu bilden, die Botenstoffe ausschütten, die genau entgegengesetzt zum Histamin wirken: antientzündlich und schleimhautabschwellend. Schließlich entdeckte man, dass die Wirkung statt per Unter-die-Haut-Spritze auch über die Mundschleimhaut erzielt werden kann: Bei der sublingualen Therapie wird der Pollenextrakt unter die Zunge getropft.

Komfortable Weiterentwicklung jetzt bei Gräserpollen: Seit kurzem ist die Impf-Tablette „Grazax" auf dem Markt. Sie löst sich innerhalb von fünf bis sieben Sekunden ohne Wasser im Mund auf. Der Patient braucht nicht mehr - wie bei der Spritzentherapie - regelmäßig zum Arzt. Die Einnahme ist einfacher, als Tropfen zu nehmen.

 

Hilfe zur Selbsthilfe
Beste Selbsthilfe ist die „Allergen-Karenz", also das Meiden von Pollen, sofern das möglich ist. Hilfreich im Alltag: Vorm Zubettgehen die Pollen aus den Haaren waschen, Kleidung außerhalb des Schlafzimmers ausziehen. Auf dem Land zwischen 19 und 24 Uhr lüften; in der Stadt zwischen 6 und 8 Uhr - dann ist die Pollenbelastung am geringsten. Außerdem: Befreien Sie die Schleimhaut mehrmals am Tag mit einer Nasendusche oder mit Meerwasser-Nasenspray von Pollen. Weiterer Schutz für die Nase: Pudersprays (z.B. „Nasaleze"), die einen Schutzfilm bilden, und Nasensalben (z.B. „Nasulind"), die eine Schutzschicht aufbauen. Extrem-Allergikern hilft es auch, während der Blütezeit „Ihres" Pollens eine Klimareise zu machen, in eine Zone, wo es die entsprechende Pflanze nicht gibt (Reiseplaner unter Tel.: 06781/93540).

 

So wichtig ist die schnelle Diagnose

  1. Gerade im Winter wird die Pollen-Allergie gerne als Infekt verkannt. Deshalb sollten Sie unbedingt zum Allergologen, wenn sich jetzt ein Schnupfen einstellt, der bei Regen abklingt. Zur Erkennung wird meist ein Hauttest durchgeführt bei dem verschiedene Pollenextrakte auf die Haut aufgebracht oder eingeritzt werden .
     
  2. Niemand ist geschützt: Eine Pollen-Allergie beginnt nicht selten jenseits der 30. Oft schleichend schlägt das Immunsystem Fehlalarm, reagiert aggressiv auf Stoffe aus der Umwelt, obwohl sie der Gesundheit eigentlich nicht schaden.
     
  3. Schützen Sie sich, Indem Sie „Pollenfänger" wie Vorhänge, Polstermöbel und Teppiche aus der Wohnung verbannen oder regelmäßig reinigen. Nicht nur der Staubsauger, auch das Auto sollte bei Betroffenen mit einem Pollenfilter ausgestattet sein.

Kreuzallergie - das sollten Sie wissen

  • Was viele nicht wissen: Jeder zweite Pollen-Allergiker reagiert zusätzlich zum Heuschnupfen mit einer sogenannten Kreuzallergie auf botanisch verwandte Nahrungsmittel. Die Folgen reichen vom Jucken im Mund über Durchfall bis hin zum allergischen Schock.
     
  • Gras- und Getreidepollen Allergiker reagieren vor allem auf Hirse, Reis und Mais, Bananen, Ananas, Kiwis, Petersilie, Thymian und Getreidemehl.
     
  • Bei Baumpollen-Allergikern (Birke, Erle, Hasel) lösen vor allem Nüsse, Äpfel, Sellerie, Erdbeeren, Tomaten, Mohren und Kartoffeln die unangenehmen Reaktionen aus. Eine Kräuterpollen-Allergie - meist gegen Beifuß - ist oft verbunden mit einer Überreaktion gegen Dill, Kamille, Kümmel, Koriander, Senf, Anis, Pastinaken und Paprika.

Asthma -Achtung Etagenwechsel!

Das Pfeifen in der Brust und Kurzatmigkeit können - treten sie erstmals auf - Zeichen einer Erkältung sein. Kommen die Beschwerden aber immer wieder auf oder wird aus der Kurzatmigkeit Atemnot, sollten Sie sich beim Arzt auf Asthma untersuchen lassen -gerade, wenn Sie bereits unter Heuschnupfen leiden.

Bei allergischem Asthma hat die Überempfindlichkeit der oberen Atemwege (Nase) auf die unteren (Bronchien) übergegriffen. Folge des „Etagenwechsels": Die Atemmuskulatur verkrampft, die Schleimhaut schwillt an, zäher Schleim belegt die Atemwege. Vor allem das Ausatmen wird immer schwerer.

Die Therapie setzt auf zwei Ebenen an: Zum einen wird mit „Controllern" (u. a. Kortison) die Entzündungsbereitschaft der Lunge gehemmt. Zum anderen sorgen Medikamente bei einem Anfall für die Erweiterung der Bronchien.

(C)

 
 

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