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Knieschmerzen - Das Knie

Das Knie ist eines der komplexesten Gelenke des menschlichen Körpers. Bänder, Sehnen, Menisken und Gelenkknorpel führen gemeinsam passgenau jede Bewegung. Wenn auch nur ein Element nicht funktioniert, ist das fast immer eine schmerzhafte Erfahrung. Oft merkt man erst bei einem Kniegelenksproblem, wie intensiv man dieses Gelenk tatsächlich nutzt. Viele schöne Lebenssituationen werden plötzlich von Schmerz oder  Bewegungseinschränkung verdorben.

Wie Sie trotz einer Verletzung oder Erkrankung aktiv bleiben erklären wir Ihnen auf den folgenden Seiten.

Die häufigsten Knieprobleme auf einen Blick:

Gonarthrose
Verschleiß der Gelenkknorpel, häufig ausgelöst durch fehlende Menisken nach Meniskusoperationen, aber auch durch chronische Instabilität infolge von alten Kreuzbandverletzungen, einer Achsfehlstellung (O-Beine oder X-Beine) sowie durch degenerative Ursachen.

Gonarthritis
Schmerzhafte Gelenkentzündung, die oft mit einer Schwellung einhergeht. Häufigste Form ist die rheumatoide Arthritis. Als Auslöser werden verschiedene Antigene, z. B. Viren und Bakterien, diskutiert.

Meniskusläsionen
Quetschung und Abriss des Meniskus. Häufig durch Sturz oder Verdrehen des Knies beim Sport. Bei älteren Menschen auch durch verschleißbedingte Vorschädigung bereits bei alltäglichen Bewegungen möglich.

Vorderer Knieschmerz
Vorwiegend im Jugend- oder frühen Erwachsenenalter. Meist auf eine anatomisch unzureichend ausgebildete Form oder Verkippung der Kniescheibe zurückzuführen.

Seitenbandverletzungen
Überdehnung, Teilriss oder kompletter Riss, meist des Innenbandes, bei plötzlicher Richtungsänderung in der Bewegung. Oft sehr schmerzhaft und langwierig.

 

Aktiv vorbeugen: Bleiben Sie in Bewegung.

Durch regelmäßige Bewegung der Gelenke wird die Bildung von Gelenkflüssigkeit, die den Knorpel ernährt, gewährleistet. Außerdem wirken Sie einer Versteifung und damit einem Funktionsverlust Ihres Gelenks entgegen. In Absprache mit Ihrem Arzt können Sie folgende Übungen zur Dehnung und Stabilisation des Knies durchführen.

Übung 1
Legen Sie sich bequem und ausgestreckt auf den Rücken. Zunächst das rechte Bein so weit wie möglich zum Oberkörper ziehen. Beide Hände umfassen den Oberschenkel. Langsam das ausgestreckte Knie durchdrücken, bis Sie ein deutliches Ziehen an der Oberschenkel- und Unterschenkelrückseite spüren.

Variation: Das Bein in der oben beschriebenen Position halten. Dabei langsam die Fußspitze in Richtung Nase ziehen.

Achtung: Das nicht beanspruchte Bein sollte möglichst flach auf dem Boden liegen.

Übung 2
Stellen Sie die Beine im Ausfallschritt hüftbreit und parallel zueinander. Verlagern Sie das Gewicht auf das vordere Bein und beugen Sie das Knie bis maximal 90 Grad. Halten Sie diese Position ca. 10–15 Sekunden. Lockern Sie die Beine und wechseln Sie für die Wiederholung das Standbein. 3–5 Wiederholungen pro Standbein.

Variationen: Entweder das Standbein auf einer instabilen Unterlage (z. B. Therapiekissen) positionieren oder ein Gymnastikband unter das Standbein klemmen und beide Enden mit den Armen nach oben ziehen. Dies trainiert zugleich die Oberarmmuskulatur.

Achtung: Oberkörper aufrecht halten, Kniebeugung achsengerecht.

 

Übung 3
Stellen Sie sich hüftbreit und sicher auf beide Beine, Füße stehen parallel. Beugen Sie während des Einatmens langsam die Knie. Während der Ausatmung strecken Sie die Knie wieder.

Variation: Ein Gymnastikband gekreuzt zwischen den Knien nach hinten ziehen. Dies trainiert zugleich die Oberarmmuskulatur.

Achtung: Beugen Sie die Knie bis maximal 90 Grad, die Kniegelenke sollten dabei nicht über die Zehenspitzen zeigen. Halten Sie den Oberkörper aufrecht und etwas nach vorn gebeugt und achten Sie darauf, dass kein Hohlkreuz entsteht.

Führen Sie diese Übung mit 2–3 Sätzen à 10–15 Wiederholungen durch.

 

Übung 4
Befestigen Sie ein Gymnastikband an einem fest installierten Gegenstand (z. B. an einem Geländer). Positionieren Sie den Fuß in der Schlaufe und ziehen Sie das Bein bei gebeugtem Knie nach vorn. Das Gymnastikband sollte dabei unter Spannung stehen. Halten Sie diese Position bis max. 10 Sekunden. Nach kurzer Entspannung wiederholen Sie diesen Vorgang. 10–15 Wiederholungen, danach wechseln Sie das Standbein. Führen Sie diese Übung mit 2–3 Sätzen durch.

Achtung: Oberkörper aufrecht halten und Bauch- und Gesäßmuskulatur anspannen.

 

Übung 5
Stellen Sie sich auf ein Bein und beugen Sie leicht das Kniegelenk des Standbeins. Richten Sie den Oberkörper auf und spannen Sie die Bauch- und Gesäßmuskulatur an. Nun führen Sie mit dem Spielbein kreisende Bewegungen aus, das Tempo kann dabei variieren. Ca. 12–15 Sekunden mit 2–3 Wiederholungen, danach wechseln Sie das Standbein.

Variation: Standbein auf einer instabilen Unterlage (z. B. auf einer zusammengerollten Gymnastikmatte) positionieren, dies trainiert zugleich das Gleichgewicht.

 

(C) Texte und Bilder: www.bsnmedical.de, BSN medical GmbH • Quickbornstraße 24 • 20253 Hamburg

 

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